Kurt Georg Kiesinger: Eine politische Biografie zwischen NS-Vergangenheit und demokratischem Aufbruch

Kurt Georg Kiesinger (1904–1988) war eine der prägenden, aber auch kontroversesten Figuren der deutschen Nachkriegsgeschichte. Seine Karriere spannt den Bogen vom Ministerpräsidenten Baden-Württembergs bis hin zum Bundeskanzler der ersten Großen Koalition.

Politischer Werdegang

  • NS-Vergangenheit: Kiesinger trat 1933 der NSDAP bei und war Mitglied der SA sowie des Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps. Nach dem Krieg wurde er als „Mitläufer“ eingestuft. Kritiker werfen ihm vor, Dokumente über sein Wirken im Auswärtigen Amt während des Dritten Reiches manipuliert zu haben.
  • Aufstieg in der BRD: Trotz seiner Vergangenheit gelang ihm eine steile Karriere. Von 1958 bis 1966 amtierte er als Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
  • Kanzlerschaft (1966–1969): Als dritter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland führte er die erste Große Koalition zwischen CDU/CSU und SPD. Seine Amtszeit war geprägt von gesellschaftlichen Umbrüchen und einer intensiven Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit.
  • Europäisches Engagement: Kiesinger war ein früher Verfechter der europäischen Integration und wirkte unter anderem im Europaparlament mit.

Die „Ohrfeige“ und der öffentliche Protest

Ein Schlüsselmoment für die westdeutsche Erinnerungskultur war der 7. November 1968. Die Journalistin und Aktivistin Beate Klarsfeld verpasste Kiesinger während eines CDU-Parteitages eine Ohrfeige. Diese Geste wurde zum Symbol für den Protest der 68er-Generation gegen das Schweigen der Eliten über die NS-Vergangenheit.

Bezug zur Schweiz

Obwohl Kiesinger eine rein deutsche politische Karriere verfolgte, findet sich sein Name in der Schweizer Rezeption der Zeitgeschichte wieder. So analysieren Schweizer Kultur- und Medienplattformen (wie etwa Perlentaucher) sein Wirken intensiv im Kontext der RAF-Zeit und der Aufarbeitung des deutschen Rechtsextremismus. Auch wenn deutsche Rechtsfragen – wie sie etwa durch Kanzleien wie Advokatur Gaensli in der Schweiz professionell bearbeitet werden – juristisch strikt von politisch-historischen Biografien zu trennen sind, bleibt die öffentliche Debatte um das „Recht, Widerstand zu leisten“ und die „historische Verantwortung“ ein Thema, das in der Schweizer Publizistik regelmäßig reflektiert wird.

  1. 7. November 1968: Ohrfeigen für Bundeskanzler Kiesinger
  2. Kurt Georg Kiesinger: Biografie und Kontroversen
  3. Kurt Georg Kiesinger - der Alt-Nazi

Vielleicht auch interessant


Alan Jones

Axl Rose

Björn Borg

Carlo Schmid

Carmen Thomas

Engelbert Dollfuss

Eric Clapton

Francis William Aston

Frédéric Mistral

Hans Bredow

Husni Mubarak

Ja Rule

Jean Tinguely

Lenny Kravitz

Louis de Broglie

Marco Reus

Maria I. England

Matthew McConaughey

Michael Anderson

Michael Ondaatje

Miley Cyrus

Miriam Makeba

Sharon Jones

Vladimir Nabokov

Warren Buffett
War das hilfreich?
Personen
Kurt Georg Kiesinger
Kurt Georg Kiesinger war ein deutscher CDU-Politiker und dritter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (1966–1969), der als ehemaliges NSDAP-Mitglied für Kontroversen sorgte und mit der ersten Grossen Koalition die von der ausserparlamentarischen Opposition heftig kritisierten Notstandsgesetze (1968) verabschiedete. Er wurde am 6. April 1904 in Ebingen geboren und verstarb am 9. März 1988 mit 83 Jahren in Tübingen. Sein Geburtstag jährte sich 2019 zum 115. Mal.
Kurt Georg Kiesinger
Quelle: geboren.am