Die Kurzzehenlerche (Calandrella brachydactyla): Porträt eines seltenen Gastes

Die Kurzzehenlerche ist eine kleine Lerchenart, die vor allem im Mittelmeerraum beheimatet ist. In Mitteleuropa, insbesondere in der Schweiz und in Österreich, gilt sie als seltener und begehrter Durchzügler, dessen Sichtungen unter Ornithologen stets für Aufmerksamkeit sorgen.

Steckbrief und Merkmale

  • Wissenschaftlicher Name: Calandrella brachydactyla
  • Familie: Lerchen (Alaudidae)
  • Erscheinungsbild: Wie bei vielen Lerchen dominiert eine bräunliche Tarnfärbung, die dem Vogel in seinem Lebensraum – meist trockenen, offenen Graslandschaften – Schutz bietet. Sie ist klein und wirkt im Vergleich zu anderen Lerchen oft sehr ruhig und unaufgeregt.
  • Verhalten: Außerhalb der Brutzeit zeigt sie ein geselliges Verhalten und ist häufiger in Gruppen anzutreffen.

Verbreitung und Lebensraum

Das Hauptverbreitungsgebiet der Kurzzehenlerche liegt in den niederschlagsarmen Regionen Nordafrikas, Südeuropas (mit einem Schwerpunkt auf der Iberischen Halbinsel) sowie in den Gebieten nördlich und östlich des Schwarzen Meeres. Sie bevorzugt offene, trockene Lebensräume mit kurzer Vegetation.

Status in der Schweiz und in Österreich

  • Schweiz: In der Schweiz ist die Kurzzehenlerche ein äußerst seltener Gast. Ihre Beobachtungsgeschichte in der Schweiz wurde wissenschaftlich dokumentiert, unter anderem durch die Ala – Schweizerische Gesellschaft für Vogelkunde und Vogelschutz, die historische Daten und Nachweise sammelt.
  • Österreich: Hier tritt die Art gelegentlich während des Zuges in Erscheinung. Sichtungen sind selten und werden in ornithologischen Fachkreisen als „Vogel-Highlights“ gefeiert. So gab es beispielsweise Nachweise bei Durchzugsbeobachtungen in Salzburg (Wals-Siezenheim) oder im Rahmen von BirdRaces, bei denen die Art als seltene Besonderheit in der Artenliste notiert wurde.

Wissenswertes

  • Taxonomie: Historisch gab es Diskussionen über die Zuordnung und Unterarten der Kurzzehenlerche. In der ornithologischen Literatur wird sie häufig zusammen mit verwandten Arten in der Gattung Calandrella geführt.
  • Beobachtung: Aufgrund ihrer unauffälligen Erscheinung und der Ähnlichkeit zu anderen Lerchenarten erfordert die Identifizierung im Feld viel Erfahrung. Ornithologische Nachsuchen nach seltenen Sichtungen sind oft herausfordernd, da die Vögel meist nur für kurze Zeit rasten.

Beste Ressourcen für weitere Informationen

  1. Ala – Schweizerische Gesellschaft für Vogelkunde: Publikationen zur Kurzzehenlerche
  2. Weichfresser e.V.: Ausführliches Porträt zur Biologie und Verbreitung
  3. Haus der Natur: Bericht über seltene Nachweise in Salzburg

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Die schlicht gefärbte Kurzzehenlerche ist in Südeuropa stellenweise häufig. Sie bewohnt offenes, trockenes Gelände und kann auf dem Boden sehr schnell laufen. Oft tut sie dies in kurzen, ruckartigen Sprints . Längere Strecken überwindet sie im auffallend wellenförmigen Flug. Früher war die Kurzzehenlerche bei uns sehr selten, mittlerweile werden im Frühjahr regelmässig einzelne Vögel festgestellt.
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