L’Apollon de Gaza: Eine filmische Spurensuche zwischen Mythos und Realität

Der Dokumentarfilm L’Apollon de Gaza (2018) des Schweizer Regisseurs Nicolas Wadimoff ist ein faszinierendes Werk, das auf einer wahren Begebenheit basiert und weit über eine reine archäologische Dokumentation hinausgeht.

Hintergrund und Handlung

Im Sommer 2013 tauchte in den Fischernetzen vor der Küste von Gaza eine über 2500 Jahre alte, monumentale Bronzestatue des Gottes Apollon auf. Doch kurz nach ihrer Entdeckung verschwand das Artefakt spurlos. Dieses mysteriöse Verschwinden löste eine Welle von Spekulationen aus: War die Statue in einem Tunnel versteckt, wurde sie von bewaffneten Gruppen als Geisel gehalten, von Fundamentalisten zerstört oder gar auf dem internationalen Kunstmarkt verkauft?

Die filmische Aufarbeitung

Wadimoff nutzt das Verschwinden der Statue als Ausgangspunkt für eine vielschichtige filmische Untersuchung. Der Dokumentarfilm fungiert als:

  • Film-Enquête: Er folgt den Spuren der Statue und beleuchtet die politische und soziale Lage im Gazastreifen.
  • Parabel: Das Schicksal der Statue wird zum Symbol für die gesamte Region, ihre Geschichte und die oft verhinderte kulturelle Identität.
  • Schweizer Perspektive: Der Film wurde unter Beteiligung der RTS (Radio Télévision Suisse) produziert und von der Schweizer Produktionsfirma Akka Films mitgetragen.

Rezeption in der Schweiz

Der Film wurde in der Schweizer Kulturlandschaft breit rezipiert:

  • Festivals: Er wurde bei den renommierten Festivals in Locarno und Solothurn präsentiert.
  • Premieren: Eine bedeutende Vorpremiere fand am 26. März 2019 im Capitole in Lausanne statt, gefolgt von einer Diskussion mit dem Regisseur, der Drehbuchautorin Béatrice Guelpa und dem Archäologen Jean-Baptiste Humbert.
  • Landesweite Präsenz: Der Film wurde nach seinem Kinostart in der französischsprachigen Schweiz ab Dezember 2019 auch in der Deutschschweiz gezeigt und durch zahlreiche Diskussionsrunden in lokalen Kinos begleitet.

Fazit

L’Apollon de Gaza entkräftet das gängige Vorurteil, dass Gaza keine eigene Geschichte habe, außer derjenigen seiner permanenten Blockade. Es ist ein Film über die Widerstandskraft von Kultur und Menschlichkeit in einem der am stärksten belasteten Gebiete der Welt.


  1. Cinéforom: Detaillierte Synopsis und Produktionsdaten
  2. Akka Films: Informationen zum Kinostart in der Schweiz
  3. Cinémathèque suisse: Bericht zur Vorpremiere am Capitole

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Schweizer Filme
L'Apollon de Gaza
L'Apollon de Gaza
Switzerland / Canada, August 2018
Im Jahr 2013 wird eine Statue von Apollo, Gott der Künste, der Schönheit und der Weissagungen, vor Gaza gefunden, bevor sie unter seltsamen Bedingungen verschwindet. Bald geht das Gerücht um diesen von allen begehrten Schatz. Sowohl eine filmische Untersuchung als auch eine Reflexion über die Geschichte, der Film taucht uns in die wenig bekannte Realität eines Territoriums ein, das durch Kriege und eine gnadenlose Blockade verwundet wurde, in dem aber das Leben würdevoll und ungehorsam bleibt.
von Nicolas Wadimoff
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Quelle: swissfilms.ch