Übersicht: „L’ombre des femmes“ und die Schweizer Rezeption

Der Titel „L’ombre des femmes“ (deutsch: Der Schatten der Frauen) ist ein vielschichtiger Begriff, der in der Schweizer Kulturlandschaft sowohl als filmisches Werk als auch als soziokulturelles Motiv der Unsichtbarkeit von Frauen auftaucht.

Der Film: L’ombre des femmes (2015)

Der Spielfilm des französischen Regisseurs Philippe Garrel ist eine schweizerisch-französische Koproduktion, an der die RTS (Radio Télévision Suisse) und die Genfer Produktionsfirma Close Up Films maßgeblich beteiligt waren.

  • Inhalt: Der Film porträtiert ein Paar, Pierre und Manon, das gemeinsam Dokumentarfilme dreht. Die Handlung entfaltet sich als komplexes Beziehungsdrama, in dem Pierre eine Affäre mit einer jungen Stagiaire beginnt, jedoch nicht bereit ist, sich zwischen seiner Partnerin und der Geliebten zu entscheiden.
  • Stil: Der in Schwarz-Weiß gedrehte Film zeichnet sich durch eine melancholische Dramaturgie aus und wurde 2015 als Eröffnungsfilm der „Quinzaine des réalisateurs“ in Cannes präsentiert.
  • Schweizer Bezug: Durch die Beteiligung von Close Up Films und der RTS ist der Film fest in der Schweizer Filmlandschaft verankert und thematisiert universelle Fragen der männlichen Feigheit und der emotionalen Komplexität in der Liebe.

Das Motiv der „Frauen im Schatten“ in der Schweiz

Der Begriff „L’ombre des femmes“ wird in der Schweiz über den Film hinaus häufig verwendet, um die historische und gesellschaftliche Unsichtbarkeit von Frauen zu thematisieren:

  • Medien- und Zeitgeschichte: Projekte wie das „Grand Format RTS“ zu Madame TV untersuchen, wie Frauen in der Schweizer Medienlandschaft der Nachkriegszeit dargestellt wurden und aus welchen Schatten sie durch Archivarbeit hervortreten.
  • Kunstgeschichte: Das neu entstehende MAF (Musée Artistes Femmes) in Lausanne hat es sich zum Ziel gesetzt, Künstlerinnen, deren Talente lange „im Schatten“ blieben, einen festen Platz im öffentlichen Bewusstsein zu geben.
  • Soziale Gerechtigkeit: In den Archiven der Aspasie (Centre international de documentation sur la prostitution) wird die Rolle von Prostituierten als „soziale Arbeiterinnen im Schatten“ historisch aufgearbeitet, um die Perspektive auf diese marginalisierte Gruppe zu verändern.
  • Religion: Auch in der Schweizer kirchlichen Debatte (z. B. in der Zeitschrift Choisir) wird kritisch hinterfragt, wie Frauen trotz ihrer aktiven Rolle in der Kirche weiterhin im Schatten der männlichen Hierarchien gehalten werden.

  1. Cinéforom: L’ombre des femmes (Filmdaten) – Alle Details zur Schweizer Produktion des Films von Philippe Garrel.
  2. MAF Lausanne: Das erste Schweizer Museum für Künstlerinnen – Ein Projekt, das Frauen aus dem „Schatten“ der Kunstgeschichte holt.
  3. RTS Grand Format: Madame TV und die Frauen im Schatten – Historische Aufarbeitung der Rolle der Frau im Schweizer Fernsehen.

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Schweizer Filme
L'ombre des femmes
L'ombre des femmes
France / Switzerland, May 2015
Pierre und Manon sind arm. Sie drehen mit sehr bescheidenen Mitteln Dokumentarfilme und halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Eines Tages begegnet Pierre Elisabeth, einer hübschen jungen Praktikantin, die schon bald zu seiner Geliebten wird. Doch Pierre hat nicht vor, Manon für Elisabeth zu verlassen – er will sie beide behalten.
von Philippe Garrel
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Quelle: swissfilms.ch