Überblick: „Lah gah“ – Bedeutung, Kultur und kreative Ausdrucksformen in der Schweiz

Der Ausdruck „Lah gah“ (Schweizerdeutsch für „loslassen“ oder „gehen lassen“) ist tief in der schweizerischen Kultur verwurzelt. Er findet sich in verschiedenen Kontexten wieder – von der Musik und Kunst bis hin zu persönlichen Abschiedsritualen.

1. Musikalischer Kontext

  • Adi Halter: Der Liedermacher verarbeitet den Begriff in seinem Werk „Lah la gah“. Es dient als Aufforderung zur Entschleunigung („Mach mau schlapp“) und dazu, die Dinge einfach geschehen zu lassen, anstatt ständig gegen den Strom zu schwimmen.
  • Traditionelle Lieder: Auch wenn der Fokus oft auf „lah“ (lassen) liegt, zeigen Klassiker wie „Es wott es Froueli z’Märit gah“, wie fest die sprachliche Struktur des „Gah“ (Gehen) in schweizerdeutschen Kinderliedern verankert ist.

2. Kunst und Performance

  • Patrizia Vitali & Patricia Bianchi: Das Projekt „lah lah gah lah“ in Biel untersuchte die physische und mentale Komponente des Loslassens. Durch die Kombination von Sport (Bogenschießen, Fechten) und einer Audioinstallation wurde „Loslassen“ als sportpsychologischer Prozess interpretiert, der Spannung und Entspannung ausbalanciert.
  • Cecile Brun: In der Animation und Kunst findet „Lah gah“ unter dem englischen Titel „Letting go“ ebenfalls Eingang in das Werk der Künstlerin, was die universelle Kraft dieses Konzepts unterstreicht.

3. Emotionale und gesellschaftliche Bedeutung

  • Abschied und Trauer: In der Schweiz wird der Begriff „gah lah“ (gehen lassen) häufig im Kontext des Tierkrematoriums verwendet. Hier steht er für die schmerzhafte, aber liebevolle Entscheidung, ein geliebtes Tier friedlich gehen zu lassen.
  • Sprachliche Redewendungen: In der Mundartdichtung und im Jodlerwesen findet sich der Ausdruck als Lebensweisheit, um Situationen zu akzeptieren („wäns nid freut, söll halt so Sache si lah“).

  1. Adi Halter: Musik und Liedtext „Lah la gah“
  2. Patrizia Vitali: „lah lah gah lah“ – Kunst und Sportpsychologie
  3. Cecile Brun: Animation und Projekte

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Lah gah
Lah gah
Switzerland, September 2019
Sonnige Kindheitserinnerungen: Ein Mädchen singt und kocht mit dem Vater. Ein einfacher, vertrauter Moment. Doch die wabernde Teigmasse reißt sie hinab in den emotionalen Abgrund von Verlust und Verschwinden. Hilflos versucht das Kind festzuhalten, was nicht fassbar ist.
von Cécile Brun
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Quelle: swissfilms.ch