Übersicht: Die Bedeutung von "Lebenslänglich" in der Schweiz

Der Begriff „Lebenslänglich“ ist im Schweizer Kontext kein filmischer Standardtitel, sondern ein vielseitig verwendeter Ausdruck, der in verschiedenen Lebensbereichen – von der Justiz über die Bildung bis hin zum Lifestyle – eine spezifische Bedeutung erhält. Die folgende Übersicht fasst die unterschiedlichen Facetten zusammen.

1. Rechtliche und soziale Konnotationen

  • Schuldenrecht: In der Schweiz können Schulden, basierend auf Verlustscheinen, faktisch „lebenslänglich“ bestehen bleiben. Durch die Unterbrechung der 20-jährigen Verjährungsfrist können Gläubiger den Anspruch über Jahrzehnte hinweg aufrechterhalten, was für Betroffene oft eine lebenslange Belastung darstellt.
  • Tierschutz: Ein prominenter Fall aus dem Kanton Solothurn verdeutlichte den umstrittenen Begriff im Kontext der Nutztierhaltung. Der VgT (Verein gegen Tierfabriken) kritisierte die „lebenslängliche“ Anbindehaltung von Vieh mit amtlicher Bewilligung, die laut Tierschutzgesetz eigentlich eingeschränkt sein sollte.

2. Bildung und Lebensphilosophie

  • Lebenslanges Lernen: Hochschulen, wie die ZHAW, verwenden den Begriff „Lebenslänglich im Lernmodus“, um das Konzept des lebenslangen Lernens in einer sich stetig wandelnden Gesellschaft zu beschreiben. Bildung wird hier nicht als temporäre Phase, sondern als dauerhafter Prozess definiert.
  • Geistliche Impulse: In kirchlichen Kontexten (z. B. Sihltal Kirche) wird „Lebenslänglich“ oft metaphorisch mit Werten wie Barmherzigkeit oder Gottes Gnade in Verbindung gebracht, die den Menschen über sein ganzes Leben hinweg begleiten sollen.

3. Lifestyle und Kultur

  • Polterabende: In der Schweizer Event-Kultur wird der Begriff ironisch für Bräutigam-Shirts verwendet („Lebenslänglich mit anschliessender Sicherheitsverwahrung“). Dies spielt humorvoll auf die Ehe als „lebenslange“ Bindung an.
  • Literatur: Werke wie „Liebe, Lebenslänglich“ von Ursula von Arx nutzen den Begriff, um emotionale Bindungen und deren Dauerhaftigkeit zu thematisieren.
  • Kommerzielle Mitgliedschaften: Einige Marken, wie beispielsweise „Lebenslänglich Tattoo“, nutzen den Begriff als Branding für Mitgliedschaften (Membercards), um eine exklusive, zeitlich unbegrenzte Kundenbindung zu suggerieren.

  1. Schuldenberatung Schweiz: Für Scheitern gibts lebenslänglich – Analyse der rechtlichen Situation von Verlustscheinen.
  2. ZHAW Impact: Lebenslänglich im Lernmodus – Beitrag zum Thema lebenslange Weiterbildung.
  3. VgT: Lebenslänglich an der Kette (Kanton Solothurn) – Kritische Auseinandersetzung mit Tierschutzpraktiken in der Schweiz.

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Schweizer Filme
Lebenslänglich
Lebenslänglich
Switzerland, April 1996
Jürg, Turi und Franz sind drei Männer, die nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis wieder Fuss im Alltag «draussen» zu fassen versuchen. Turi lebt mit Jeanette und ihren beiden Söhnen zusammen. Jürg ist zu seinen Eltern nach Südspanien gezogen, und Franz befindet sich bereits wieder in Haft. Der Film konfrontiert die Geschichten dieser drei Männer mit den Feierlichkeiten zur Eröffnung der neuen Strafanstalt in Regensdorf. Ehrengast ist Bundesrat Arnold Koller. Der Staat versucht die Täter zu 'resozialisieren', indem er neue Gefängnisse baut: 11.5 m2 statt 8 m2 grosse Zellen, Gruppenvollzug statt Einzelhaft, Kantine statt Tablett-System."Lebenslänglich” ist ein Film über Männer, Kriminalität und Justiz in einem Land, das seiner nicht mehr sicher ist.
von Theo Stich
KImehr über Lebenslänglich
Quelle: swissfilms.ch