Dokumentarfilm "Les Heures Heureuses": Eine Übersicht

Der Dokumentarfilm "Les Heures Heureuses" (2019) der Regisseurin Martine Deyres ist ein bedeutendes filmisches Werk, das eine Brücke zwischen der Geschichte der Psychiatrie und der Kunstgeschichte schlägt.

Inhalt und Hintergrund

Der 77-minütige Dokumentarfilm beleuchtet die Geschichte des psychiatrischen Krankenhauses Saint-Alban-sur-Limagnole in Frankreich. Er dokumentiert eine Ära, in der mutige politische Visionen, Humanismus und kreative Freiheit die psychiatrische Behandlung revolutionierten. Die Erzählung spannt einen Bogen von den historischen Archivfunden im Krankenhaus bis hin zum Musée de l'Art Brut in Lausanne in der Schweiz. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie aus psychischem Leid und künstlerischem Schaffen ein bedeutsames kulturelles Erbe entstand.

Produktion und Schweiz-Bezug

  • Regie: Martine Deyres
  • Produktion: Eine internationale Koproduktion zwischen Bande à part Films (Schweiz), Les Films du Tambour de Soie (Frankreich) und Lux Fugit Film (Belgien).
  • Schweiz-Bezug: Neben der Schweizer Produktionsbeteiligung durch Bande à part Films ist der inhaltliche Bezug zum Musée de l'Art Brut in Lausanne zentral, da die "Art Brut"-Bewegung eng mit der Geschichte von Saint-Alban verknüpft ist.
  • Aufführungen: Der Film wurde in der Schweiz bereits in verschiedenen kulturellen Kontexten präsentiert, etwa in der Ferme des Tilleuls in Renens, oft begleitet von thematischen Diskussionen oder Ausstellungen.

Zusammenfassung der Kernthemen

  1. Psychiatrische Reformen: Der Fokus liegt auf der „institutionellen Psychotherapie“, die Patienten in den Mittelpunkt stellt.
  2. Kunst und Heilung: Die Verbindung zwischen psychiatrischer Arbeit und der Entstehung von Art-Brut-Werken.
  3. Archivarbeit: Die Nutzung von historischem Filmmaterial und Dokumenten, um eine fast vergessene Epoche der Menschlichkeit zu rekonstruieren.

  1. Cinéforom - Les heures heureuses (Produktionsdetails)
  2. La Ferme des Tilleuls - Film und Diskussionsrunde
  3. Swiss Films - Offizieller Eintrag zum Film

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Les heures heureuses
Les heures heureuses
France / Switzerland / Belgium, April 2019
Between 1939 and 1945, more than 40,000 patients died in French psychiatric hospitals. Only one place makes exception to this hecatomb, the asylum of an isolated village in the centre of France: Saint-Alban-sur-Limagnole. Caregivers, nuns and sick people work during these dark years side by side for the survival of all for all, with the complicity of the villagers. Thanks to the psychiatrists François Tosquelles and Lucien Bonnafé, Saint-Alban becomes the asylum which receives clandestinely war refugees and resistants. Among them, some prestigious artistic and intellectual figures like Paul Eluard, Tristan Tzara, Georges Sadoul, or Georges Canguilhem. On a daily basis, in a hallway of the asylum, Auguste Forestier, an internee, builds wooden boats and figurines he exchanges with the villagers for a few kilograms of potatoes. When the painter Jean Dubuffet, at the invitation of Eluard, goes to Saint-Alban at the end of the war, he discovers the sculptures of Forestier and uses for the first time the term "Art Brut”.
von Martine Deyres
KImehr über Les heures heureuses
Quelle: swissfilms.ch