Lorde Person
Audre Lorde und Lorde – Zwei ikonische Stimmen
Die Kraft der Differenz: Audre Lorde und Ella Yelich-O’Connor alias Lorde
Audre Lorde (1934–1992) und Lorde (geb. 1996) tragen denselben Künstlernamen – und doch könnten ihre Biografien unterschiedlicher kaum sein. Während die eine als schwarze, lesbische, feministische Dichterin und Aktivistin des 20. Jahrhunderts die Grundlagen der heutigen Intersektionalitätsdebatte legte, verkörpert die andere als neuseeländische Pop-Ikone eine junge, queere und genreübergreifende Stimme des 21. Jahrhunderts.
Audre Lorde – Das strahlende Licht
Die in New York geborene Audre Lorde war Dichterin, Essayistin, Feministin und eine der einflussreichsten Denkerinnen des schwarzen Feminismus. Sie thematisierte unermüdlich, wie Rassismus, Sexismus, Homophobie und Ableismus zusammenwirken. Besonders bekannt ist ihr Konzept der „Differenz als Kraftquelle“ statt als Schwäche.
In der Schweiz wird Audre Lorde seit den 1980er Jahren intensiv rezipiert. Der Orlanda Frauenverlag (ehemals sub rosa) spielte dabei eine zentrale Rolle: Die Schweizer Verlegerin Dagmar Schultz veröffentlichte wichtige Texte Lordes auf Deutsch und produzierte später den preisgekrönten Dokumentarfilm Audre Lorde – The Berlin Years 1984–1992. In der Schweiz inspirierte Lorde Generationen von Feministinnen, Queers und Schwarzen Aktivist:innen. Ihr berühmtes Zitat „Schweigen wird dich nicht schützen“ wird bis heute in Schweizer aktivistischen Räumen häufig zitiert.
Ihre Texte zu Brustkrebs, zu hegemonialen Schönheitsnormen (sie weigerte sich nach einer Mastektomie eine Prothese zu tragen) und zur Notwendigkeit, dass marginalisierte Menschen selbst sprechen müssen, wirken bis heute nach – auch in der Schweizer Debatte um Körper, Geschlecht und medizinische Autorität.
Lorde – Die neuseeländische Pop-Rebellin
Ella Marija Lani Yelich-O’Connor, bekannt als Lorde, wurde mit 16 Jahren durch den Welthit „Royals“ (2013) zur Pop-Ikone. Ihre Musik zeichnet sich durch introspektive, literarische Texte und eine bewusste Distanz zum Mainstream-Glamour aus.
Im Jahr 2025 steht sie mit ihrem vierten Album „Virgin“ erneut im Rampenlicht. Das Album thematisiert unter anderem Geschlechterfluidität („Some days I’m a woman / Some days I’m a man“), das Frau-Sein in all seinen Facetten und persönliche Transformation. Lorde hat öffentlich darüber gesprochen, dass sie mit der queeren US-Sängerin Chappell Roan über diese Themen im Austausch steht.
In der Schweiz geniesst Lorde eine grosse Fangemeinde. Ihre Headline-Tour „Ultrasound“ führt sie am 30. November 2025 in die ausverkaufte Halle 622 nach Zürich. Das Konzert ist bereits seit Monaten restlos ausverkauft.
Politisch positionierte sich Lorde 2018 klar, als sie ein Konzert in Israel absagte, nachdem sie von neuseeländischen Menschenrechtsgruppen und der BDS-Bewegung auf die Besatzungspolitik aufmerksam gemacht wurde. Die darauffolgende Debatte in Schweizer Medien (Tages-Anzeiger, Bund, Süddeutsche Zeitung) zeigte, wie stark Lorde als politische Figur wahrgenommen wird.
Verbindungen zwischen beiden Lordes
Beide Frauen nutzen Sprache als Waffe und als Heilung. Während Audre Lorde in Essays und Gedichten zum Sprechen gegen Unterdrückung aufrief, tut dies die junge Lorde durch popkulturelle Sichtbarkeit und emotionale Authentizität. Beide brechen mit hegemonialen Vorstellungen von Weiblichkeit – die eine theoretisch und radikal, die andere künstlerisch und generationell.
Beste weiterführende Links
- Audre Lorde – Ein strahlendes Licht – Ausführliche Informationen zum Wirken von Audre Lorde in der Schweiz und Deutschland
- Schweigen, Schreiben und Sprechen bei Audre Lorde – Tiefgehender Schweizer Text zu Lordes Denken über Sprache und Hegemonie
- Lorde in Zürich – Halle 622, 30.11.2025 – Offizielle Konzertinformation zur Schweizer Show 2025
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