Der Märzveilchen-Falter (Aurorafalter): Ein Frühlingsbote in der Schweiz

Der „Märzveilchenfalter“ ist im Volksmund eine liebevolle, wenn auch biologisch nicht ganz präzise Bezeichnung für den Aurorafalter (Anthocharis cardamines). Der Name leitet sich daraus ab, dass die Falter zu Beginn der Frühlingszeit erscheinen, wenn die ersten Veilchen blühen und sie auf der Suche nach Nektar an diesen Pflanzen gesichtet werden. In der Schweiz ist der Aurorafalter weit verbreitet und gilt als einer der schönsten Vorboten des Frühlings.

Steckbrief und Biologie

  • Wissenschaftlicher Name: Anthocharis cardamines
  • Familie: Weißlinge (Pieridae)
  • Vorkommen in der Schweiz: Er ist im gesamten Mittelland, im Jura und in den Alpentälern bis zur Waldgrenze anzutreffen.
  • Flugzeit: In der Schweiz meist von Ende März bis Juni (eine Generation pro Jahr).
  • Besondere Merkmale:
    • Männchen: Auffällige leuchtend orangefarbene Flügelspitzen auf den weißen Vorderflügeln.
    • Weibchen: Rein weiß mit grauen Flügelspitzen (oft mit dem Kleinen Kohlweißling verwechselt).
    • Unterseite: Beide Geschlechter haben eine charakteristische grünlich marmorierte Hinterflügelunterseite, die zur Tarnung dient.

Lebensweise und Lebensraum

Der Aurorafalter bevorzugt feuchte Wiesen, Waldränder, Gebüsche und Hochstaudenfluren. Er ist stark auf bestimmte Futterpflanzen für seine Raupen angewiesen.

  • Raupennahrung: Die Weibchen legen ihre Eier bevorzugt an Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) und Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) ab.
  • Verhalten: Die Falter sind sehr flugfreudig und patrouillieren oft kilometerweit an Waldrändern entlang.
  • Überwinterung: Die Art überwintert als Gürtelpuppe an dürren Stängeln der Futterpflanzen oder an anderen festen Unterlagen.

Status in der Schweiz

Der Aurorafalter ist in der Schweiz aktuell nicht gefährdet. Er profitiert von extensiv bewirtschafteten Wiesen und ist ein guter Indikator für intakte, blütenreiche Saumbiotope. Dennoch leidet er wie viele Insekten unter der intensiven Mahd von Wiesen, da die Raupenentwicklung an den späten Wirtspflanzen durch zu frühes Mähen gefährdet wird.


  1. Info Flora – Aurorafalter (Artporträt) – Detaillierte ökologische Informationen mit Bezug zur Schweizer Flora.
  2. Lepiforum – Bestimmungshilfe Anthocharis cardamines – Die umfassendste wissenschaftliche Datenbank zur Identifikation und Biologie.
  3. Pro Natura – Der Aurorafalter – Informationen der führenden Schweizer Naturschutzorganisation zur Lebensweise und Förderung der Art.

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