Maiglöckchen Giftpflanze
Maiglöckchen – Die verführerische Giftpflanze der Schweizer Wälder
Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) ist eine der bekanntesten und zugleich gefährlichsten heimischen Giftpflanzen der Schweiz. Trotz seines zarten Aussehens, der wunderschönen weissen Glöckchenblüten und des betörenden Duftes ist die gesamte Pflanze hochgiftig.
Aussehen und Verwechslungsgefahr
Das Maiglöckchen wächst aus einem kriechenden Rhizom und bildet im Frühling zwei elliptische, glänzende Blätter. Die weissen, nickenden Blüten sitzen an einem einseitigen Traubenstand und verströmen einen intensiven, süssen Duft.
Besonders gefährlich ist die Verwechslung mit Bärlauch. Bevor der Bärlauch blüht, sehen die jungen Blätter dem Maiglöckchen zum Verwechseln ähnlich. In der Schweiz wird daher immer wieder vor dem Sammeln von Bärlauch in Gebieten gewarnt, in denen Maiglöckchen vorkommen. Im Gegensatz zum Bärlauch riechen Maiglöckchen-Blätter jedoch nicht nach Knoblauch, wenn man sie zerreibt.
Giftigkeit
Das Maiglöckchen enthält herzwirksame Glycoside (u. a. Convallatoxin), die zu schweren Vergiftungen führen können. Alle Pflanzenteile sind giftig – Blätter, Blüten, Stängel und besonders die leuchtend roten Beeren, die im Herbst erscheinen und für Kinder sehr verlockend aussehen.
Symptome einer Vergiftung reichen von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall bis hin zu Herzrhythmusstörungen und in schweren Fällen zum Herzstillstand. Bereits das Trinkwasser aus einer Vase mit Maiglöckchen kann giftig sein.
Vorkommen und Standort in der Schweiz
In der Schweiz ist das Maiglöckchen in Laub- und Mischwäldern, besonders auf kalkhaltigen Böden, weit verbreitet. Es bevorzugt halbschattige bis schattige Standorte und bildet oft ausgedehnte Teppiche. Es ist winterhart und mehrjährig.
Verwendung
- Zierpflanze: Wegen des intensiven Dufts und der schönen Blüten beliebt im Garten (hier sollte man jedoch auf Kleinkinder und Haustiere achten).
- Früher Heilpflanze: Wurde im Mittelalter und bis ins 20. Jahrhundert bei Herzbeschwerden verwendet. Heute wird es aufgrund der schwer dosierbaren Giftigkeit und fehlender moderner Studien nicht mehr therapeutisch eingesetzt.
- Duftpflanze: Der Duft wird in der Parfümindustrie geschätzt.
Wichtig: Das Maiglöckchen wurde 2014 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.
Beste weiterführende Links
- Maiglöckchen – Giftigkeit & Wirkung – Sehr gute Übersicht zur Giftigkeit und Verwechslung mit Bärlauch (Schweiz)
- Maiglöckchen Pflanzen WIKI – alles über das Maiglöckchen – Umfassende Schweizer Seite inklusive Vergiftungsverhalten
- Giftpflanze der Woche: Maiglöckchen (Engadiner Post) – Aktuelle Berichterstattung aus der Schweiz mit Fokus auf Verwechslungsgefahr
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