Mais im Bundeshuus: Ein Meilenstein des Schweizer Dokumentarfilms

Übersicht und Hintergrund

Der 2003 veröffentlichte Dokumentarfilm «Mais im Bundeshuus» (Originaltitel: Le Génie Helvétique) des Schweizer Regisseurs Jean-Stéphane Bron gilt als einer der bedeutendsten und meistgesehenen Dokumentarfilme der Schweiz. Er bietet einen seltenen und exklusiven Blick hinter die Kulissen des Schweizer Parlamentsbetriebs.

Zentrale Themen und Inhalt

  • Politischer Prozess: Der Film begleitet die Debatte über das Gentechnikgesetz im Schweizer Parlament. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung um den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen.
  • Politische Akteure: Der Film dokumentiert hautnah, wie Politikerinnen wie Maya Graf oder Politiker wie der damalige Nationalrat Jacques Neirynck über Parteigrenzen hinweg verhandeln, streiten und Kompromisse suchen.
  • Machtverhältnisse: Ein wesentliches Motiv des Films ist die Frage nach dem Einfluss von Wirtschaftslobbys (beispielsweise aus der Pharmaindustrie) auf die politische Entscheidungsfindung.
  • Stilistik: Bron wählt eine filmische Erzählweise, die an einen Polit-Thriller erinnert. Durch die geschickte Montage und Inszenierung gewinnt das politische Geschehen an Dynamik und Spannung, was den Film auch für ein breites Publikum zugänglich machte.

Bedeutung und Rezeption

  • Kulturelles Erbe: Der Film ist heute ein Standardwerk, um den Schweizer Politikbetrieb zu verstehen. Er wird häufig herangezogen, wenn über historische Abstimmungen wie die «Gentechfrei-Initiative» diskutiert wird.
  • Regie-Durchbruch: «Mais im Bundeshuus» markierte für Jean-Stéphane Bron den künstlerischen Durchbruch. Sein Stil, komplexe institutionelle Strukturen (später auch in Filmen wie «Blocher» oder «L’Opéra de Paris») greifbar zu machen, wurde hier erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt.
  • Kritik: Der Film wird oft für seine Transparenz gelobt. Trotz des ernsten Themas gelingt es Bron, die Menschlichkeit der Akteure einzufangen, ohne dabei in eine wertende oder parteiische Darstellung zu verfallen.

  1. Mais im Bundeshuus - Ein Blick auf die Entstehung des Films (Decadrages)
  2. Moneta-Magazin: Analyse der Bedeutung des Films im Kontext von Macht und Politik
  3. Rückblick von Aline Trede auf die Gentech-Debatte und den Film

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Schweizer Filme
Mais im Bundeshuus
Mais im Bundeshuus
Switzerland, August 2003
In «Mais im Bundeshuus» blicken wir tief hinter die Kulissen des Bundeshauses in Bern. Der fiktional aufgebaute Film verfolgt die Abenteuer einer parlamentarischen Kommission, die eine Gen-Lex erarbeiten soll. Der Politthriller zeigt uns die Verteidiger der Wirtschaftsinteressen und die Skeptiker, die die perversen Auswirkungen dieser revolutionären Technologie fürchten. Lustig, warmherzig, menschlich, aber auch erbarmungslos führt uns der Film die Grenzen unseres Systems vor Augen – eine universelle Fabel der Macht.
von Jean-Stéphane Bron
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Quelle: swissfilms.ch