Marie Juchacz: Wegbereiterin der Demokratie und Sozialreform

Marie Juchacz (1879–1956) war eine bedeutende sozialdemokratische Politikerin, Frauenrechtlerin und Sozialreformerin. Ihr Lebenswerk ist eng mit der Etablierung des Frauenwahlrechts und der Gründung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) verknüpft.

Biografischer Überblick

  • Frühe Jahre: Geboren als Tochter eines Zimmermanns in Landsberg an der Warthe, arbeitete sie zunächst als Dienstmädchen, Fabrikarbeiterin und Krankenpflegerin.
  • Politischer Aufstieg: 1917 wurde sie Frauensekretärin im Zentralen Parteivorstand der SPD (als Nachfolgerin von Clara Zetkin).
  • Historischer Meilenstein: 1919 wurde sie als eine von 37 Frauen in die Weimarer Nationalversammlung gewählt. Sie ging als erste Frau in die Geschichte ein, die vor diesem Gremium das Wort ergriff.
  • Exil und Rückkehr: Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh Juchacz 1933 ins Saargebiet, später nach Frankreich und in die USA. 1949 kehrte sie nach Deutschland zurück und wurde Ehrenvorsitzende der AWO.

Bezug zur Schweiz

Obwohl Marie Juchacz primär in Deutschland wirkte, ist ihr historisches Wirken auch in der Schweiz präsent. Der Dokumentarfilm „Die Hälfte der Welt gehört uns – Als Frauen das Wahlrecht erkämpften“ thematisiert ihren Kampf für Gleichberechtigung im Kontext der europäischen Frauenrechtsbewegung. In diesem Film wird sie neben anderen bedeutenden Persönlichkeiten wie der in der Schweiz studierenden Anita Augspurg porträtiert, die aufgrund der damaligen deutschen Rechtslage für ihr Jurastudium auf die Schweiz ausweichen musste.

Vermächtnis und Gedenken

  • Arbeiterwohlfahrt (AWO): Sie gründete 1919 die AWO, deren Erbe heute in zahlreichen sozialen Einrichtungen wie dem „Marie-Juchacz-Zentrum“ oder dem „Marie-Juchacz-Haus“ fortlebt.
  • Kulturelles Gedenken: Ihr Wirken wird durch Gedenktafeln (z. B. in Berlin), Straßenbenennungen und sogar durch moderne Kunstprojekte (ein Porträt aus 6.400 Computertasten) gewürdigt.

Die 3 besten Informationsquellen zu Marie Juchacz

  1. Reichsbanner Geschichte: Person Marie Juchacz – Detaillierte biografische Daten und Hintergründe zu ihrem politischen Wirken.
  2. Gedenktafeln in Berlin: Marie Juchacz – Ein kompakter Überblick über ihr Leben, ihre Flucht und die Gründung der AWO.
  3. Kino Cameo: Die Hälfte der Welt gehört uns – Informationen zum Dokumentarfilm, der Juchacz in den Kontext der internationalen Frauenbewegung setzt.

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Personen
Marie Juchacz
Marie Juchacz war eine deutsche Sozialreformerin, Frauenrechtlerin und SPD-Politikerin, die die "Arbeiterwohlfahrt" (AWO, 1919) gründete, ihre erste Vorsitzende war und als erste Frau am 19. Februar 1919 eine Rede in einem deutschen Parlament (Weimarer Nationalversammlung) hielt. Sie wurde am 15. März 1879 in Landsberg an der Warthe (heute Gorzow Wielkopolski) in Preussen (heute Polen ) geboren und verstarb am 28. Januar 1956 mit 76 Jahren in Düsseldorf. 2019 jährte sich ihr Geburtstag das 140. Mal.
Marie Juchacz
Quelle: geboren.am