Martin Karplus: Pionier der computergestützten Chemie und Nobelpreisträger

Martin Karplus (1930–2024) war ein weltweit führender Wissenschaftler auf dem Gebiet der theoretischen Chemie und molekularen Biophysik. Seine bahnbrechenden Arbeiten ermöglichten es, komplexe chemische Prozesse mittels Computersimulationen sichtbar und verständlich zu machen.

Wissenschaftliches Wirken

  • Nobelpreis 2013: Er erhielt den Nobelpreis für Chemie gemeinsam mit Michael Levitt und Arieh Warshel für die „Entwicklung von Multiskalenmodellen für komplexe chemische Systeme“.
  • Methodik: In den 1970er Jahren legte er den Grundstein für die Verbindung von Quantenchemie und klassischer Physik. Das von seiner Forschungsgruppe entwickelte Programmsystem CHARMM ist heute ein Standardwerkzeug in der wissenschaftlichen Welt.
  • Karplus-Beziehung: Seine frühen Arbeiten zur Kernresonanzspektroskopie (NMR) führten zur „Karplus-Gleichung“, die eine essenzielle Grundlage für die Bestimmung molekularer Strukturen darstellt.
  • Forschungsschwerpunkte: Er untersuchte Protein-Ligand-Wechselwirkungen, Proteinfaltung und die Dynamik molekularer Maschinen.

Verbindungen zur Schweiz

Martin Karplus pflegte über Jahrzehnte einen engen wissenschaftlichen und persönlichen Austausch mit der schweizerischen Forschungslandschaft:

  • Universität Basel: Der Physiker Markus Meuwly, der eng mit Karplus in Harvard und Straßburg zusammenarbeitete, ist an der Universität Basel tätig und unterhält weiterhin gemeinsame Projekte. Er beschrieb Karplus als jemanden mit einem „unglaublichen Drang, Dinge aus unserem Leben im Detail zu verstehen“.
  • Universität Zürich (UZH): Amedeo Caflisch, Professor für Biochemie an der UZH, war als Postdoc im Labor von Martin Karplus tätig. Beide arbeiteten auch Jahre später noch an gemeinsamen wissenschaftlichen Publikationen zusammen.

Persönliches

Martin Karplus wurde 1930 in eine Wiener Familie geboren. Neben seiner herausragenden wissenschaftlichen Karriere war er ein leidenschaftlicher Fotograf und ein exzellenter Koch, der sein handwerkliches Können selbst in Haubenrestaurants unter Beweis stellte. Er verstarb Ende Dezember 2024 im Alter von 94 Jahren in seinem Haus in Massachusetts.


Empfohlene weiterführende Informationen

  1. Nobelpreis für computerunterstützte Simulation chemischer Prozesse
  2. Kurien der Wissenschaft und Kunst – Biografie Martin Karplus
  3. The Scientific Legacy of Martin Karplus (Biochemisches Institut UZH)

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Personen
Martin Karplus
Martin Karplus ist ein österreichisch-US-amerikanischer Chemiker und zusammen mit Arieh Warshel und Michael Levitt Träger des Nobelpreises für Chemie 2013 "für die Entwicklung von Multiskalenmodellen für komplexe chemische Systeme". Er wurde am 15. März 1930 in Wien geboren. In diesem Jahr feierte Karplus seinen 89. Geburtstag.
Martin Karplus
Quelle: geboren.am