Das Marwari-Pferd: Die legendäre Wüstenpferderasse aus Indien

Die Marwari-Pferde, deren Ursprung in der Wüstenregion Rajasthan in Indien liegt, gelten als eine der faszinierendsten Pferderassen der Welt. Bekannt für ihre mythologische Herkunft und ihre markante Erscheinung, haben sie sich als zähe, ausdauernde und charakterstarke Begleiter etabliert.

Zentrale Merkmale der Rasse

  • Optik: Das wohl auffälligste Merkmal sind die nach innen gebogenen, sichelförmigen Ohren. Sie besitzen einen mittelgroßen Kopf, einen langen, leichten Hals und einen kräftigen Körperbau.
  • Größe: Die Rasse wird meist zu den Kleinpferden gezählt, mit einem Stockmaß zwischen 140 und 145 cm.
  • Farben: Marwari-Pferde treten in zahlreichen Farben auf, darunter Braune, Dunkelbraune, Füchse, Schimmel und Rappen.
  • Wesen: Sie gelten als robust, ausdauernd und intelligent. Da sie aus einer Kreuzung zwischen orientalischen Arabern und indischen Wüstenponys hervorgegangen sind, können sie ein eigenwilliges, sensibles Temperament zeigen, das erfahrene Reiter erfordert.

Geschichte und kulturelle Bedeutung

In ihrer Heimat Indien spielen die Pferde eine zentrale Rolle in Traditionen und Zeremonien. Besonders bei indischen Hochzeiten ist es üblich, dass der Bräutigam auf einem reich geschmückten weißen Marwari-Ross zur Zeremonie reitet. Ihre Geschichte ist eng mit den Rajputen-Kriegern verknüpft, und Mythen schreiben ihnen einen göttlichen Ursprung durch das Zusammenwirken von Feuer und Wüste zu.

Haltung und Eignung

  • Anforderungen: Aufgrund ihrer Herkunft sind sie bestens an wüstenähnliches Klima angepasst. Sie benötigen viel Bewegung und sollten idealerweise in Gruppen und mit strukturiertem Auslauf gehalten werden.
  • Training: Sie zeichnen sich durch ihre Ausdauer und ihre Fähigkeit in unwegsamem Gelände aus. Ein faires, konsequentes Training ist entscheidend, um eine harmonische Partnerschaft mit diesen stolzen Tieren aufzubauen.

Präsenz in der Schweiz

Obwohl die Rasse in der Schweiz keine weite Verbreitung als Reitpferd findet, ist die Begeisterung für die Ästhetik des Marwari-Pferdes auch hier präsent. Bekannte Marken wie Schleich führen das Marwari-Pferd im Sortiment, wobei die Spielfiguren (z. B. der Marwari-Hengst) über den Schweizer Fachhandel bezogen werden können, was die Bekanntheit der charakteristischen Ohrenform auch bei jüngeren Pferdebegeisterten fördert.

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Afghanen und Mogule brachten bei ihrem indischen Feldzug ihre Pferde nach Marwar (das heutige Jodhpur). So wurden die Pferdebestände der Rajputen, den traditionellen Herrschern von Marwar, aufgestockt, welche harte Kriegspferde (die auf kargem Boden gedeihen konnten, anspruchslos, intelligent und von gutem Charakter waren) brauchten. Die Rajputen waren seit jeher ein Reitervolk, welche schon immer einen besonderen Bezug zu ihren Pferden hatten. Etwa im 12. Jahrhundert begannen die Rajputen, selektive Pferdezucht zu unterstützen, indem sie die besten Hengste zur Verfügung stellten.
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Quelle: Wikipedia