Mascha Kaléko: Eine literarische Kosmopolitin zwischen Welt und Zürich

Mascha Kaléko (1907–1975) gilt als eine der bedeutendsten Lyrikerinnen deutscher Sprache des 20. Jahrhunderts. Ihre „Gebrauchslyrik“, die durch eine Mischung aus Melancholie, Humor und scharfer Beobachtungsgabe besticht, macht sie auch heute noch zu einer hochaktuellen Autorin.

Biografie und Werk

  • Herkunft und Anfänge: Geboren 1907 in Galizien, wuchs sie in Frankfurt am Main auf und erlangte in den 1930er Jahren in Berlin mit ihrem „Lyrischen Stenogrammheft“ schlagartigen Erfolg.
  • Emigration: Als Jüdin zur Flucht vor den Nationalsozialisten gezwungen, führte ihr Lebensweg sie 1938 nach New York und später nach Jerusalem. Sie fühlte sich zeitlebens heimatlos und beschrieb das Emigrantendasein in ihren Versen mit einer einzigartigen Mischung aus Traurigkeit und Eleganz.
  • Literarische Einordnung: Daniel Kehlmann bezeichnet sie als „undeutscheste deutsche Dichterin“ und vergleicht ihre Eleganz mit der von Heinrich Heine. Ihre Gedichte thematisieren den Alltag, die Liebe, Einsamkeit und die Sehnsucht eines entwurzelten Menschen.

Bezug zur Schweiz

Die Schweiz spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte von Mascha Kaléko:

  • Lebensabend: Sie verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Zürich, wo sie 1975 verstarb.
  • Aktuelle Rezeption: Die Schweiz pflegt ein lebendiges Gedenken an die Dichterin. Zahlreiche Institutionen, darunter die GGG Stadtbibliothek Basel, der Quartierverein Niederholz in Riehen oder literarische Gruppen wie das „Kollektiv Katla“ in Zürich, organisieren regelmäßig Lesungen und Vorträge (z. B. „Literatur am Abend“), um ihre Texte wiederzuentdecken.
  • Kulturelle Verbindung: Ihre Lyrik wird heute oft in einen zeitgenössischen Kontext gesetzt – etwa durch die Vertonungen der Berliner Liedermacherin Dota oder durch lokale musikalische Begleitungen wie durch die „Open Klezmer Kapelye Basel“.

Die Bedeutung für die Gegenwart

Mascha Kalékos Texte sind erstaunlich anschlussfähig für nachfolgende Generationen. Die Generation Z empfindet ihre „grossstadtkranke“ und doch humorvolle Lyrik oft als Spiegel ihrer eigenen existentiellen Fragen. Ihre Themen – der Kampf mit dem Alltag, die Suche nach Identität und die Zerbrechlichkeit des Glücks – machen sie zu einer zeitlosen Ausnahmeerscheinung.


  1. Gigerplatz: Ich tat die Augen auf und sah das Helle
  2. GGG Stadtbibliothek Basel: Mascha Kaléko – In der fernsten der Fernen
  3. Quartierverein Niederholz: Mascha Kaléko Veranstaltungen

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Personen
Mascha Kaléko
Mascha Kaléko war eine polnisch-deutsche Dichterin, die vor allem für ihre sozialkritische sowie ironisch-melancholische "Gebrauchspoesie" bekannt ist und der "Neuen Sachlichkeit" der Weimarer Republik zugerechnet wird (u. a. Gedichtbände "In meinen Träumen läutet es Sturm" 1978, "Mein Lied geht weiter" 2007). Sie wurde am 7. Juni 1907 in Chrzanow in Galizien, Österreich -Ungarn (heute Polen ) geboren und verstarb am 21. Januar 1975 mit 67 Jahren in Zürich in der Schweiz. 2019 jährt sich ihr Geburtstag zum 112. Mal.
Mascha Kaléko
Quelle: geboren.am