Übersicht: Dokumentationen, Ereignisse und kulturelle Bezüge zum Thema „Massaker“

Das Thema „Massaker“ findet in der Schweizer Medienlandschaft und im gesellschaftlichen Diskurs auf unterschiedliche Weise statt. Dabei reicht das Spektrum von der historischen Aufarbeitung internationaler Gräueltaten über politische Analysen bis hin zu kulturellen Ereignissen.

Historische und politische Kontexte

  • Historische Aufarbeitung: Organisationen und Medien in der Schweiz greifen regelmäßig historische Ereignisse auf, um das Gedenken wachzuhalten. Ein Beispiel hierfür ist das Maras-Massaker von 1978 in der Türkei, dessen Gedenken in der Schweizer Aleviten-Gemeinschaft einen hohen Stellenwert hat.
  • Geopolitische Berichterstattung: Schweizer Nachrichtenportale wie GMX.ch informieren über aktuelle Entwicklungen, etwa über Berichte von Massakern und ethnischen Säuberungen in Syrien, was die internationale Verantwortung und das Entsetzen der Öffentlichkeit widerspiegelt.
  • Kritische Analysen: Vereinzelt finden sich kontroverse Auseinandersetzungen mit der Geschichtsschreibung, etwa bei Gerhard Wisnewski, der in Schweizer Publikationen die mediale Darstellung des Tiananmen-Massakers hinterfragt.
  • Humanitäres Engagement: Schweizer Organisationen wie die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) berichten über Gräueltaten in Krisengebieten, wie das Massaker im Osten der Demokratischen Republik Kongo, und thematisieren dabei den Verlust ziviler Opfer.

Tierschutz und Ökologie

In der Schweizer Umweltdebatte wird der Begriff „Massaker“ zudem metaphorisch verwendet, um auf ökologische Missstände aufmerksam zu machen. Ein Beispiel ist das Engagement von Schweizer Organisationen (z. B. Fondat) gegen das sogenannte „Brumby-Massaker“ (die Tötung von Wildpferden) in Australien.

Kultur und Musik

Dass der Begriff auch in der Schweizer Kulturszene präsent ist, zeigt sich im Berner Café Kairo. Hier tritt unter anderem das „Volca Massaker Orchester“ auf, was verdeutlicht, dass der martialische Begriff in der lokalen Musikszene als bewusst provokanter oder stilistischer Name für experimentelle elektronische Musik verwendet wird.


  1. Gedenken an das Maras-Massaker 1978 (alevi.swiss)
  2. Methodisten bei Massaker im Kongo getötet (emk-schweiz.ch)
  3. Brumby-Massaker: Die blutige Sündenbocksuche an Australiens Wildpferden (ffw.ch)

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Schweizer Filme
Massaker
Massaker
Germany / Lebanon / Switzerland / France, February 2005
Vom 16. - 18. September 1982, zwei Nächte und drei Tage lang, wüteten die Mörder von Sabra und Shatila. Am Ende hatten sie 1000 - 3000 palästinensische Zivilisten ermordet, zumeist Frauen, Kinder und Alte. Die genaue Zahl der Opfer – Tote und Verschwundene – ist bis heute nicht bekannt. Die Täter stammten vor allem aus den Reihen der Forces Libanaises, einer mit Israel verbündeten christlichen Miliz. Für die Logistik des Massakers sorgte die israelische Armee, die von dem damaligen Verteidigungsminister und heutigen Ministerpräsidenten Ariel Sharon befehligt wurde. 1982 erschütterte das Massaker in den libanesischen Palästinenserlagern die Weltöffentlichkeit, heute ist es (fast) vergessen. Dabei war es exemplarisch für all die Massaker, die folgten: zum Beispiel in Ruanda oder in den jugoslawischen Kriegen. Immer wieder tauchen die unbeantworteten Fragen auf: Was treibt Menschen zu derartigen Exzessen von Grausamkeit, und wie können die Täter weiterleben? Massaker ist inhaltlich wie ästhetisch eine psychopolitische Studie über sechs Täter, die sowohl auf Befehl wie auch aus eigenem Antrieb am Massaker von Sabra und Shatila teilgenommen haben. Der Film verknüpft die psychischen Dispositionen der Täter mit ihrem politischen Umfeld und nähert sich über ihre Erzählungen auch dem Phänomen der kollektiven Gewalt.
von Monika Borgmann, Lokman Slim, Hermann Theissen
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Quelle: swissfilms.ch