Mauereidechse Reptil

Mauereidechse (Podarcis muralis) – Das anpassungsfähige Reptil der Schweiz

Steckbrief

Die Mauereidechse (Podarcis muralis) ist ein schlankes, flaches und wärmeliebendes Reptil aus der Familie der Echten Eidechsen. Sie wird in der Regel bis zu 20 cm lang, wobei der Schwanz etwa doppelt so lang ist wie der Körper. Ihre Grundfarbe ist braun bis graubraun, oft mit einer gefleckten Kehle. Im Vergleich zu anderen heimischen Eidechsen wirkt sie schlanker, der Kopf spitzer und die Finger länger.

Lebensraum und Verbreitung in der Schweiz

In der Schweiz gibt es zwei deutliche Verbreitungsschwerpunkte:

  • Südschweiz (Tessin und südliches Graubünden): Hier ist die Mauereidechse sehr häufig und kann bis auf Höhen von 1770 m angetroffen werden.
  • In der Nordschweiz kommt sie vor allem an warmen, vom Menschen geschaffenen Strukturen vor, wie Trockenmauern, Weinbergen, Bahndämmen, Steinbrüchen und sonnigen Böschungen.

Sie besiedelt heute hauptsächlich anthropogene (vom Menschen geschaffene) Lebensräume, da ihre natürlichen Habitate weitgehend zerstört sind. Besonders gerne hält sie sich in Ritzen und Spalten von Mauern auf und sonnt sich auf warmen Steinen.

Nahrung und Verhalten

Mauereidechsen sind opportunistische Jäger. Sie ernähren sich von allen Insekten, Spinnen, Asseln und Würmern, die sie überwältigen können. Sie lauern ihrer Beute auf und sind nicht wählerisch.

Die Art ist sehr anpassungsfähig und profitiert tendenziell von der Klimaerwärmung, solange der Insektenbestand erhalten bleibt. In milden Wintern können Mauereidechsen bereits ab Neujahr aktiv sein.

Lebensdauer und Feinde

Mauereidechsen werden durchschnittlich 4–6 Jahre alt, maximal bis zu 10 Jahre. Ihre natürlichen Feinde sind vor allem Vögel (Greifvögel, Krähen, Neuntöter) sowie Schlangen.

Schutz und Gefährdung

Obwohl die Mauereidechse in der Schweiz insgesamt weniger gefährdet ist als die Zauneidechse, leidet sie unter:

  • Sanierung oder Abriss alter Steinmauern
  • Zunahme von Betonbauten
  • Einsatz von Pestiziden in Rebbergen und an Bahndämmen

Schutzempfehlungen umfassen daher die Einschränkung des Chemieeinsatzes sowie den Erhalt und Neubau von Trockenmauern und strukturreichen Randhabitaten.

Hinweis: In manchen Regionen der Schweiz verdrängt die konkurrenzstärkere Mauereidechse die heimische Zauneidechse langsam.

Reptil des Jahres

Die Mauereidechse wurde 2011 zum Reptil des Jahres in der Schweiz und Deutschland gewählt, um auf ihre Lebensraumansprüche und Schutzmöglichkeiten aufmerksam zu machen.


  1. Mauereidechse – info fauna (karch)
    Offizieller Steckbrief mit Verbreitungskarten und Schutzempfehlungen für die Schweiz.

  2. Mauereidechse – Natur- und Tierpark Goldau
    Gute Übersicht mit Bildern und Informationen zum Verhalten.

  3. Reptil des Jahres 2011: Die Mauereidechse
    Detaillierte Informationen zu Gefährdung, Schutz und Lebensraum.

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Mauereidechse
Mauereidechsen, Podarcis muralis, werden meist nicht länger als 20 cm, wobei der Schwanz ungefähr doppelt so lange wie der Körper ist. Auf der Oberseite sind die Tiere je nach Herkunft grau, braun oder auch grünlich. Jungtiere und Weibchen besitzen ein durchgezogenes dunkelbraunes Flankenband. Meist ist auch ein mehr oder weniger durchgehender dünner Rückenstreifen vorhanden. Beim Männchen ist dieser Streifen deutlich netz- oder flekkenartig aufgelöst. Einige Tiere besitzen an der Unterseite der Flanke oder oberhalb der Vorderextremitäten leuchtend blaue Flecken. Die Unterseite kann weiss, rosa, gelb oder ziegelrot sein und ist mit dunklen Punkten oder Flecken durchsetzt.
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