Meerdolen – Eine filmische Hommage an Hannes R. Bossert

Der Dokumentarfilm «Meerdolen» (2006) ist ein Schweizer Filmporträt des Regisseurs Peter Guyer, das sich dem Schaffen des Künstlers und Performers Hannes R. Bossert (1938–2015) widmet. Der Film begleitet Bossert bei seinen künstlerischen Streifzügen durch Barcelona und fängt eine Welt ein, in der das Unscheinbare eine neue Bedeutung erhält.

Filminhalt und künstlerischer Ansatz

Der 37-minütige Dokumentarfilm porträtiert Bossert als „Stadtwanderer“. Mit Hammer und Besen bewaffnet, zieht er durch Barcelona, um die sogenannten „Dolen“ (Senklöcher) von Schmutz zu befreien. Seine Arbeit ist ein archäologischer Akt: Er legt Schicht für Schicht die Struktur frei, um sie anschließend mittels Frottage auf Papier zu bannen. Peter Guyer gelingt es, Bosserts Philosophie einzufangen, der jedes Senkloch mit einem Gesicht versieht und die Dinge „beseelt“.

Produktion und Stab

  • Regie & Drehbuch: Peter Guyer
  • Produktion: PS Film GmbH
  • Kamera & Schnitt: Peter Guyer
  • Musik: Balts Nill
  • Ton: Balthasar Jucker
  • Laufzeit: 37 Minuten
  • Herkunft: Schweiz, 2006

Auszeichnungen und Rezeption

Der Film erlangte in der Schweizer Kulturlandschaft insbesondere durch seine musikalische Gestaltung Anerkennung. Der Musiker und Klangkünstler Balts Nill wurde für seine Arbeit an «Meerdolen» im Jahr 2006 mit dem renommierten Filmmusikpreis des Kantons Bern ausgezeichnet. Das Werk wird zudem regelmäßig in Retrospektiven des Schaffens von PS Film GmbH sowie im Kontext von Hannes R. Bosserts vielseitigem künstlerischen Lebenswerk zitiert.


  1. Meerdolen – RecTv (Offizielle Filmseite)
  2. Hannes R. Bossert – Biografie und Filmografie
  3. Balts Nill – Porträt beim Origo Verlag

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Meerdolen
Meerdolen
Switzerland, January 2006
Den Blick am Boden, einen Besen in der Hand, zieht er als Stadtwanderer durch Barcelona. Im Schatten einer Palme entdeckt er eine vornehme alte Dame. Und mitten auf der Ramblas einen jungen Gauner. Für Bossert hat jedes Senkloch ein Gesicht… Ein «Beseler» sei er, sagt Bossert von sich selber, während er die Dole von Dreck und Asphalt befreit. Einer, der mit dem Besen die Dinge beseelt. Und sagt das so, dass man ihm glaubt. Schicht für Schicht legt er mit Hammer und Besen die Schönheit des Unscheinbaren frei. Als Lohn der Abrieb: Die Frottage der Dole auf einen grossen Bogen Papier.
von Peter Guyer
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Quelle: swissfilms.ch