Megamall: Zwischen Animation und Gesellschaftskritik

Der Begriff „Megamall“ taucht im Kontext unterschiedlicher Medien und Interpretationen auf. Während er global oft reale, teils verfallende Einkaufszentren beschreibt, steht er in der Schweizer Kulturlandschaft für einen renommierten Kurzfilm, der sich kritisch mit Konsumverhalten auseinandersetzt.

Der Schweizer Animationsfilm „Megamall“ (2020)

Der Kurzfilm der Schweizer Regisseurin Aline Schoch, der an der Hochschule Luzern (HSLU) Design und Kunst entstand, ist ein visuell geprägtes Werk über Konsumrausch und Entschleunigung.

  • Inhalt: In einer surrealen Welt, die von unendlichen Rolltreppen dominiert wird, folgen die Figuren einem starren Rhythmus ihrer Konsumlust. Die Harmonie dieser automatisierten Welt gerät aus dem Takt, als ein Hund in das Geschehen eingreift. Eine der Figuren wird in einen schwerelosen, ruhigen Raum gesogen, was zu einem Kräftemessen zwischen der sterilen Rolltreppenwelt und einer alternativen Existenzform führt.
  • Bedeutung: Der Film dient als Ausgangspunkt für gesellschaftliche Diskurse, etwa zum Thema Overconsumption (Überkonsum). Er wurde unter anderem im Rahmen von Veranstaltungen der Umweltberatung Luzern gezeigt, um über bewussteren Konsum – beispielsweise in der Modeindustrie – zu philosophieren.
  • Auszeichnungen/Tour: Der Film war Teil der „Swiss Shorts“-Selektion bei der Tournée der „Nuits du Court métrage 2021“ und wurde von der Plattform Base-Court als „Court du mois“ (Kurzfilm des Monats) gewürdigt.

Megamalls als sozioökonomische Symbole

Abseits der Schweizer Filmproduktion wird der Begriff „Megamall“ in soziologischen und Reisekontexten oft als Zeichen des gesellschaftlichen Wandels genutzt:

  • Verfall und Untergang: Auf Plattformen wie Ecoglobe wird die „Megamall“ als Metapher für eine Welt nach dem Zusammenbruch beschrieben, in der ehemalige Konsumtempel zu Verteilzentren für Lebensmittel werden – ein dystopisches Szenario für eine Gesellschaft, die von globalen Lieferketten abhängig ist.
  • Reiseberichte: In Reiseblogs (z. B. Pedalereurs.ch) wird der Begriff „Megamall“ oft ganz pragmatisch für die gigantischen Einkaufszentren in asiatischen Metropolen wie Kuala Lumpur verwendet, wo leerstehende Ladenlokale oft den schleichenden Wandel oder Leerstand der Konsumkultur dokumentieren.

  1. Film: Megamall – Informationen bei Swiss Films
  2. Megamall – Film Zentralschweiz (Details zum Animationsfilm)
  3. Veranstaltungshinweis: Overconsumption und Aline Schochs „Megamall“

Vielleicht auch interessant


Al-Shafaq - When Heaven Divides

Bartoks Quinten

Bien dégagé derrière les oreilles

El Acordeon del Diablo

Faton Thaqi

Il venditore di medicine

Le dernier jour d`automne

Le ultime cose

Le voyage de Laura

Les ponts de Sarajevo

Low Cost (Claude Jutra)

L`eredità del silenzio

Moka noir - A Omegna non si beve più caffè

Paläontologie

Real News

Sicilian Ghost Story

Sonnenhalb

sounds and silence

Stück für Stück

Unter der Haut

Villa Henriette

Zwischen 2 und 6
War das hilfreich?
Schweizer Filme
Megamall
Megamall
Switzerland, August 2020
In einer Welt aus Rolltreppen gehen Figuren im vorgegebenen Rhythmus ihrer Konsumlust nach. Eine der Figuren wird am Ende einer Rolltreppe eingesogen und findet sich in einem ruhigen, schwerelosen Raum wieder, wo sie sich zu den spielenden Figuren gesellt. Währenddessen gerät die Rolltreppenwelt durch das verrückte Treiben eines Hundes durcheinander. Als der Hund ebenso von einer Rolltreppe eingesogen wird, beginnt ein Kräftemessen der beiden Welten.
von Aline Schoch
KImehr über Megamall
Quelle: swissfilms.ch