Mirjam Pressler: Leben, Werk und die enge Verbindung zur Schweiz

Mirjam Pressler (1940–2019) war eine der bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen und Übersetzerinnen der Gegenwart. Ihr Werk zeichnet sich durch eine tiefe Auseinandersetzung mit menschlichen Schicksalen, historischen Traumata und dem jüdischen Leben aus.

Biografie und Wirken

  • Lebensweg: Nach einer schwierigen Kindheit verbrachte Pressler Anfang der 1960er-Jahre ein Jahr in einem israelischen Kibbuz, was ihre spätere literarische Arbeit und ihre Auseinandersetzung mit dem jüdischen Glauben stark prägte.
  • Schriftstellerin: Bekannt wurde sie durch zahlreiche Kinder- und Jugendbücher (z. B. „Nathan und seine Kinder“). Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Große Bundesverdienstkreuz (2018) und den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr Gesamtwerk.
  • Übersetzerin: Sie war eine der produktivsten Übersetzerinnen aus dem Hebräischen und Niederländischen ins Deutsche.

Die besondere Verbindung zur Schweiz

Mirjam Pressler pflegte eine intensive professionelle und inhaltliche Beziehung zur Schweiz, insbesondere durch die Zusammenarbeit mit dem Anne Frank Fonds in Basel:

  • Neuübersetzung des Tagebuchs: Im Jahr 1987 beauftragte der Anne Frank Fonds (Basel) Pressler mit einer maßgeblichen Neuübersetzung des „Tagebuchs der Anne Frank“. Diese Arbeit galt als Meilenstein und prägte ihr weiteres Leben maßgeblich.
  • Nachlass und Rezeption: Ein Teilnachlass von Mirjam Pressler wird heute im Kontext der Arbeit des Anne Frank Fonds gewürdigt. In der Schweiz ist ihr Werk zudem fest im Buchhandel verankert, etwa bei spezialisierten Anbietern wie der Buchhandlung Doppelpunkt in Uster oder bei Verteilern, die ihre Übersetzungen (wie die von Axel Schefflers Werken oder hebräischer Literatur) führen.

Literarische Schwerpunkte

  • Identität und Herkunft: Viele ihrer Werke, wie „Ich bin's, Kitty“ oder „Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?“, behandeln komplexe zwischenmenschliche Beziehungen, das Trauma der Vergangenheit und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt.
  • Haltung: Als Autorin galt sie als „Stimme der Sprachlosen“. Sie zeichnete sich durch eine Haltung aus, die im Alter von einer Mischung aus wachsender Duldsamkeit bei Kleinigkeiten und einer direkten, ungeschönten Betrachtung existenzieller Themen geprägt war.

Empfohlene Ressourcen

  1. Anne Frank Fonds Basel: Mirjam Pressler – Schreiben ist Glück
  2. Offizielle Website: Mirjam Pressler – Pressebereich & Werkübersicht
  3. Buchhandlung Doppelpunkt Uster: Mirjam Pressler im Fokus

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Personen
Mirjam Pressler
Mirjam Pressler war eine deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin, die insbesondere für ihre Kinder- und Jugendbücher wie "Bitterschokolade" (1980), "Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen" (1994) und "Malka Mai" (2001) bekannt war und vor allem israelische Gegenwartsliteratur übersetzte. Sie wurde am 18. Juni 1940 in Darmstadt geboren und verstarb in diesem Jahr am 16. Januar 2019 mit 78 Jahren in Landshut.
Mirjam Pressler
Quelle: geboren.am