Nördliche Ringelnatter Reptil

Die Nördliche Ringelnatter (Natrix natrix) in der Schweiz

Merkmale und Aussehen

Die Nördliche Ringelnatter ist eine ungiftige Natternart und erreicht eine Körperlänge von meist 80 bis 120 cm (selten bis 150 cm). Ihre Grundfarbe variiert von hellgrau über olivgrün bis braun. Typisch sind die zwei gelblichen oder orangefarbenen, halbmondförmigen Flecken am Hinterkopf, die schwarz umrandet sind. Im Gegensatz zur Barrenringelnatter (Natrix helvetica) besitzt die Nördliche Ringelnatter auf den Flanken meist nur kleine dunkle Flecken oder kurze schräge Striche, die teilweise auch ganz fehlen können. Melanistische (schwarze) Individuen treten gelegentlich auf.

Verbreitung in der Schweiz

In der Schweiz leben zwei Ringelnatter-Arten:

  • Die Barrenringelnatter (Natrix helvetica) ist im grössten Teil des Landes verbreitet.
  • Die Nördliche Ringelnatter (Natrix natrix) kommt ausschliesslich im äussersten Nordosten der Schweiz vor (vor allem Kantone Thurgau, St. Gallen, Appenzell und Teile des Kantons Zürich).

Sie zeigt eine enge Bindung an Fliessgewässer, Auen, Altwässer und Feuchtgebiete. In Baden (Kanton Aargau) wurden in den letzten Jahren wieder Ringelnattern im Stadtbach beobachtet – ein positives Zeichen für die Rückkehr dieser Art in städtische Bereiche.

Lebensweise und Habitat

Ringelnattern sind ausgezeichnete Schwimmer und jagen hauptsächlich im oder am Wasser. Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Amphibien (Frösche, Kröten), Fischen, gelegentlich auch Eidechsen oder kleinen Säugetieren.

Sie sind nicht besonders standorttreu und legen ihre Eier gerne in gut besonnte, warme Komposthaufen, Mistbeete oder Laubhaufen ab. Die Jungtiere schlüpfen nach ca. 6–10 Wochen. Im Herbst ziehen sich die Schlangen in frostfreie Überwinterungsplätze (z. B. Erdhöhlen, Mauerritzen, Holzstapel) zurück.

Schutzstatus

Die Nördliche Ringelnatter gilt in der Schweiz als stark gefährdet und ist in der Roten Liste der Reptilien als national prioritäre Art aufgeführt. Sie ist wie alle einheimischen Reptilien streng geschützt. Hauptgefährdungsursachen sind:

  • Verlust von Feuchtgebieten und Auen
  • Kanalisierung von Bächen und Flüssen
  • Strassenverkehr
  • Zerstörung von Eiablageplätzen

Wichtige Schutzmassnahmen sind die Renaturierung von Gewässern, die Erhaltung und Neuschaffung von Kleinstrukturen (Komposthaufen, Stein- und Asthaufen) sowie die Aufklärung der Bevölkerung.

Interessante Verhaltensweisen

Bei Gefahr flüchtet die Ringelnatter bevorzugt ins Wasser. Kann sie nicht entkommen, stellt sie sich tot oder sondert ein übelriechendes Sekret aus dem After ab („Stinkreflex“), um Feinde abzuschrecken.


  1. Nördliche Ringelnatter – info fauna
    Detaillierte wissenschaftliche Informationen zur Art in der Schweiz

  2. Ringelnatter im Badener Stadtbach – Umweltblog Baden
    Praxisnaher Bericht über das Vorkommen mitten in einer Schweizer Stadt

  3. Die Nördliche Ringelnatter entlang der Thur – lebendigethur.ch
    Gute Übersicht zu Lebensraum, Verbreitung und Schutzmassnahmen im Nordosten der Schweiz

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