Ongaonga Giftpflanze
Ongaonga – Die giftige Brennnessel aus Neuseeland
Steckbrief
Wissenschaftlicher Name: Urtica ferox
Deutscher Trivialname: Ongaonga, Baum-Brennnessel, Neuseeländische Gift-Brennnessel
Familie: Urticaceae (Brennnesselgewächse)
Aussehen und Merkmale
Ongaonga ist eine aufrechte, verholzende Brennnesselart, die bis zu 3 Meter Höhe erreichen kann. Im Gegensatz zur heimischen Großen Brennnessel (Urtica dioica) besitzt sie besonders lange, stechende Brennhaare (Trichome), die bis zu 6 mm lang werden. Die Pflanze hat große, elliptische, gezähnte Blätter und einen holzigen Stamm. Die Brennhaare enthalten ein starkes Toxin-Cocktail, der neben Histamin, Acetylcholin und Serotonin auch weitere bisher nicht vollständig identifizierte Verbindungen enthält.
Giftigkeit
Ongaonga gilt als die giftigste Brennnesselart der Welt. Die Berührung der Brennhaare verursacht sofort starke, brennende Schmerzen, die sich innerhalb von Minuten zu intensiven, wellenartigen Schmerzen ausweiten können. In Neuseeland sind Fälle bekannt, in denen Menschen und Tiere (besonders Hunde und Pferde) nach Kontakt mit der Pflanze tagelang unter starken Schmerzen litten. Es gibt dokumentierte Fälle von Todesfällen bei Menschen und Nutztieren nach ausgedehntem Kontakt.
Die Symptome können mehrere Tage bis zu zwei Wochen anhalten und umfassen:
- Starke brennende und juckende Schmerzen
- Rötungen und Schwellungen
- Taubheitsgefühle
- In schweren Fällen: Lähmungserscheinungen, Kreislaufprobleme
Vorkommen und Bezug zur Schweiz
Die Pflanze ist endemisch in Neuseeland und kommt dort vor allem in Waldgebieten der Nord- und Südinsel vor. In der Schweiz ist Urtica ferox nicht heimisch. Sie wird jedoch vereinzelt in botanischen Gärten oder von Spezialsammlern als „exotische Giftpflanze“ kultiviert. Aufgrund ihrer hohen Gefährlichkeit wird von einer Kultivierung in Gärten mit Kindern oder Haustieren dringend abgeraten. In der Schweiz fallen solche exotischen Giftpflanzen unter die allgemeinen Sorgfaltspflichten beim Umgang mit giftigen Gewächsen.
Verwandte Arten in der Schweiz
In der Schweiz heimisch sind vor allem:
- Große Brennnessel (Urtica dioica)
- Kleine Brennnessel (Urtica urens)
Beide sind deutlich weniger giftig als Ongaonga, verursachen aber ebenfalls unangenehme Hautreizungen.
Beste Quellen
- Brennnesselgewächse – Hortica – Gute Übersicht über die gesamte Familie inklusive Urtica ferox
- Urtica ferox – Wikipedia (deutsch) – Detaillierte Beschreibung der Giftwirkung und Historie
- Giftpflanzen in der Schweiz – Infoflora – Schweizerische Bewertung und Vorkommen exotischer Arten
Warnung: Aufgrund der extremen Giftigkeit sollte Ongaonga nur mit Schutzkleidung und äußerster Vorsicht gehandhabt werden.
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