Orangegelber Scheidenstreifling (Amanita crocea) – Übersicht

Steckbrief

Merkmal Beschreibung
Wissenschaftlicher Name Amanita crocea
Deutsche Namen Orangegelber Scheidenstreifling, Orangestreifling, Safranstreifling
Gattung Amanita – Wulstlinge
Hut Orangegelb bis orangebraun, meist glatt und ohne typische Hutschuppen
Hutrand Deutlich und oft weit gerieft
Lamellen Weißlich bis cremegelblich, frei stehend
Stiel Lang, schlank, häufig hohl; meist ohne Ring
Stielbasis Mit einer sackartigen Scheide, der sogenannten Volva
Lebensraum Vor allem Laub- und Mischwälder; bildet Mykorrhiza mit verschiedenen Baumarten
Verbreitung Europa sowie weitere Teile der Nordhalbkugel; Nachweise und Pilzaktivitäten gibt es auch im schweizerischen Raum

Erkennungsmerkmale

Der Orangegelbe Scheidenstreifling besitzt einen auffällig orangegelben bis orangebraunen Hut. Besonders charakteristisch sind:

  • der stark geriefte Hutrand,
  • der schlanke, meist hohle Stiel,
  • die fehlende Ringzone am Stiel,
  • die sackartige Scheide an der Stielbasis,
  • die hellen, freien Lamellen.

Die Scheide kann im Boden verborgen sein. Deshalb sollte ein Exemplar zur Bestimmung vorsichtig vollständig ausgegraben und nicht nur abgeschnitten werden.

Verwechslungsmöglichkeiten

Eine sichere Bestimmung ist besonders wichtig, weil der Orangegelbe Scheidenstreifling mit anderen Amanita-Arten verwechselt werden kann.

Fliegenpilz (Amanita muscaria)

  • Fliegenpilz: meist roter Hut mit weißen, abwischbaren Flocken
  • Orangegelber Scheidenstreifling: orangegelber bis orangebrauner, meist glatter Hut mit gerieftem Rand
  • Fliegenpilz: typischer Ring und knollige Stielbasis
  • Scheidenstreifling: Scheide an der Stielbasis, normalerweise kein Ring

Pantherpilz (Amanita pantherina)

Der Pantherpilz ist giftig und kann insbesondere bei jungen oder unvollständig ausgegrabenen Exemplaren problematisch sein. Die genaue Beurteilung von Hutrand, Ring, Stielbasis und Scheide ist entscheidend.

Rotbräunlicher Scheidenstreifling (Amanita fulva)

Diese Art ist ebenfalls ein Scheidenstreifling und kann dem Orangegelben Scheidenstreifling ähneln. Die Hutfarbe und weitere mikroskopische beziehungsweise makroskopische Merkmale müssen für eine sichere Abgrenzung zusammen betrachtet werden.

Essbarkeit und Gesundheitsrisiken

Die Angaben zur Essbarkeit sind in den verlinkten Quellen widersprüchlich. Einige Pilzseiten bezeichnen Amanita crocea als essbar oder guten Speisepilz, andere warnen vor der Art oder geben ausdrücklich keine Verzehrfreigabe.

Daher gilt:

Der Orangegelbe Scheidenstreifling sollte nicht allein anhand von Internetfotos oder dieser Übersicht gegessen werden.

Die Gattung Amanita umfasst mehrere sehr giftige bis tödlich giftige Arten. Eine Verwechslung mit einem gefährlichen Scheidenstreifling oder einem anderen Wulstling ist möglich. Auch das Kochen ist keine allgemeine Sicherheitsgarantie, da nicht jedes Pilzgift durch Erhitzen zuverlässig unschädlich wird.

Für die Schweiz empfiehlt sich im Zweifel die Kontrolle durch eine amtliche oder anerkannte Pilzkontrollstelle. Pilze sollten nur verzehrt werden, wenn sie von einer fachkundigen Person eindeutig bestimmt und freigegeben wurden.

Vorkommen und Bezug zur Schweiz

Der Orangegelbe Scheidenstreifling lebt in Symbiose mit Bäumen und kann in Laub- und Mischwäldern vorkommen. Auch aus der Schweiz gibt es Hinweise auf die Beschäftigung mit dieser Art, unter anderem im Zusammenhang mit Pilzvorträgen und Pilzexkursionen im Tessin sowie mit Schweizer Pilzvereinen.

Bei Funden in der Schweiz sollte besonders auf folgende Punkte geachtet werden:

  1. Exemplar vollständig mit Scheide aus dem Boden nehmen.
  2. Hutrand, Stiel, Ringlosigkeit und Stielbasis fotografieren.
  3. Den Pilz nicht mit anderen Arten vermischen.
  4. Vor einem möglichen Verzehr eine Pilzkontrolle aufsuchen.
  5. Bei Beschwerden nach einer Mahlzeit sofort den medizinischen Notruf oder eine Giftberatung kontaktieren.

Kurzfazit

Der Orangegelbe Scheidenstreifling (Amanita crocea) ist ein auffälliger Scheidenstreifling mit orangegelbem Hut, stark gerieftem Hutrand, schlankem Stiel und Scheide an der Basis. Trotz einzelner Quellen, die ihn als essbar darstellen, ist wegen der möglichen Verwechslung mit giftigen Amanita-Arten besondere Vorsicht erforderlich. Eine Verzehrfreigabe sollte ausschließlich durch eine qualifizierte Pilzkontrolle erfolgen.

  1. Pilzverein Zürich – Informationen und Pilzvorträge mit Bezug zu Scheidenstreiflingen
  2. Pilzbuch Pilzwelten – Beschreibung und Verwechslungsmöglichkeiten von Amanita crocea
  3. Marktgemeinde Seeboden – Gegenüberstellung mit Fliegenpilz und Perlpilz

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Der Orangegelbe, Orangebraune oder Safran-Scheidenstreifling (Amanita crocea) ist eine essbare Pilzart aus der Familie der Wulstlingsverwandten.
Orangegelber Scheidenstreifling
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Quelle: Wikipedia