Steckbrief: Die Gestreifte Luchsspinne (Oxyopes lineatus)

Die Gestreifte Luchsspinne (Oxyopes lineatus) gehört zur Familie der Luchsspinnen (Oxyopidae). Sie ist eine faszinierende Jägerin, die ihre Beute nicht durch Netze fängt, sondern aktiv belauert und überspringt.

Allgemeine Merkmale

  • Aussehen: Die Spinne ist meist gelblich bis hellbraun gefärbt und weist ein charakteristisches weißes Muster auf.
  • Jagdweise: Wie alle Luchsspinnen baut Oxyopes lineatus keine Fangnetze. Sie ist eine aktive Jägerin, die ihre Umgebung aufmerksam beobachtet („Luchsaugen“) und ihre Beute mit schnellen Sprüngen überwältigt.
  • Körperbau: Die Männchen zeichnen sich durch spezifische Auswüchse (Apophysen) an den Pedipalpen aus, während die Weibchen durch eine nach hinten gerichtete, schaftartige Epigyne (Begattungsorgan) identifiziert werden können.

Vorkommen und Bedeutung in der Schweiz

Die Gestreifte Luchsspinne gilt in Mitteleuropa als eher selten. Ein bemerkenswerter Nachweis gelang kürzlich in der Schweiz: Im Rahmen des „Tags der Natur 2024“ in den Merian Gärten (Basel) wurde Oxyopes lineatus erstmals nachgewiesen. Die Entdeckung dieser Spinne wurde als Highlight der dortigen Bestandsaufnahme gefeiert, bei der insgesamt 1359 Arten dokumentiert wurden. Dieser Fund unterstreicht die ökologische Bedeutung der Biodiversität in Schweizer Park- und Gartenanlagen.

Wissenswertes

  • Systematik: Die Art wurde 1806 von Latreille wissenschaftlich beschrieben.
  • Verwechslungsgefahr: In der Literatur und in Datenbanken finden sich häufig andere Arten der Familie Oxyopidae, wie z.B. Oxyopes heterophthalmus (Luchsaugenspinne) oder Oxyopes ramosus. Eine genaue Bestimmung erfordert oft die mikroskopische Untersuchung der Genitalstrukturen, wie sie in Fachdatenbanken dokumentiert ist.
  • Lebensraum: Sie bevorzugt sonnige, vegetationreiche Lebensräume, in denen sie ihre Ansitzjagd erfolgreich ausüben kann.

Die besten Informationsquellen

  1. araneae – Spiders of Europe – Die wissenschaftliche Standard-Datenbank für Spinnenbestimmungen in Europa (Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern).
  2. Merian Gärten – Tag der Natur 2024 – Bericht über den seltenen Erstnachweis der Art in Basel.
  3. World Spider Catalog – Die umfassende globale Datenbank zur Taxonomie von Spinnenarten.

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Quelle: insects.ch