Dokumentarfilm-Porträt: Padrone e Sotto

Der Dokumentarfilm „Padrone e Sotto“ (2014) von Regisseur Michele Cirigliano bietet einen tiefen Einblick in eine geschlossene Männergesellschaft im süditalienischen Tricarico. Das Werk, das in Zusammenarbeit mit Schweizer Produktionsfirmen wie Mira Film und Langfilm entstand, beleuchtet ein vermeintlich einfaches Karten- und Trinkspiel, das weit über den Zeitvertreib hinausgeht.

Kerninhalt des Films

In einer schäbigen Bar treffen sich Männer des Dorfes – zumeist Landwirte, Jäger oder Arbeiter –, um „Padrone e Sotto“ (Herr und Knecht) zu spielen. Das Spiel fungiert dabei als organisierte Form von Machtkampf und psychologischem Kräftemessen.

  • Mechanik: Der „Padrone“ (Herr) hat das Privileg zu trinken und zu bestimmen, wer den Alkohol konsumiert.
  • Thematik: Der Film geht der Frage nach, wo die Grenze zwischen Spiel und Ernst verläuft. Er dient als Soziogramm, das urmenschliche Rivalitäten und das Streben nach Anerkennung, Macht und Liebe innerhalb einer rauen Umgebung offenlegt.
  • Regie & Produktion: Michele Cirigliano reflektiert mit dem Film seine eigenen Kindheitserinnerungen an dieses bizarre Ritual. Die Produktion ist ein Beispiel für den Schweizer Dokumentarfilm, der durch die Zusammenarbeit von Vinca Film, Mira Film und Tilt Production realisiert wurde.

Produktionsdaten

  • Land: Schweiz / Italien
  • Jahr: 2014
  • Dauer: 72 Minuten
  • Sprachen: Italienisch mit Untertiteln (Deutsch, Englisch)
  • Verfügbarkeit: Der Film wird unter anderem über Vinca Cinema digital angeboten und kann via Vimeo gemietet werden.
  1. Padrone e Sotto – Offizielle Seite bei Vinca Cinema
  2. Padrone e Sotto – Details bei Mira Film
  3. Filmkritik und Interview: „Ein Spiel mit der Wirklichkeit“

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Schweizer Filme
Padrone e sotto
Padrone e sotto
Switzerland, October 2014
In einer kleinen, schäbigen Bar im tiefen Süditalien treffen sich ältere Männer, fast alle Landwirte und Jäger, die in ihrer Freizeit das Karten- und Trinkspiel «Padrone e Sotto» spielen. Es gewinnt, wer zu den Trinkenden gehört, es verliert wer nie zum Trinken eingeladen wird. Während das Bier fliesst und sich die Gemüter erhitzen, versucht der Regisseur zu verstehen, was ihn als Kind beim Betrachten dieses Spiels so verwirrte: Wo genau liegt die Grenze zwischen Spiel und Wirklichkeit? Spielen diese Männer nur oder ist es ihnen ernst, wenn sie sich anbrüllen? Haben jene, die im Spiel zu Kontrahenten werden, wirklich Streit, oder löst sich der Konflikt nach dem Spiel wieder in Luft auf?
von Michele Cirigliano
KImehr über Padrone e sotto
Quelle: swissfilms.ch