Papageigrüner Saftling Pilz
Papageigrüner Saftling (Gliophorus psittacinus)
Eine farbenprächtige, aber giftige und geschützte Wiesenart
Merkmale und Beschreibung
Der Papageigrüne Saftling, auch Papageiensaftling genannt, ist ein kleiner, auffällig bunter Pilz aus der Familie der Saftlinge (Hygrophoraceae). Sein wissenschaftlicher Name lautet heute Gliophorus psittacinus (früher Hygrocybe psittacina).
Wichtige Erkennungsmerkmale:
- Hut: 1–4 cm breit, kegelig bis glockig, leuchtend grün bis gelbgrün, oft mit orangefarbenen oder rötlichen Tönen. Typisch ist der stark schleimige Überzug, der dem Pilz ein „papageienartiges“ Aussehen verleiht.
- Lamellen: dicklich, wachsartig, am Stiel angewachsen bis leicht herablaufend, anfangs grünlich, später gelblich.
- Stiel: schlank, oft gebogen, ebenfalls schleimig, grün bis gelb-orange.
- Geruch und Geschmack: unauffällig bis leicht erdig.
- Fleisch: wässrig, dünn, bricht leicht.
Der Pilz wächst meist einzeln oder in kleinen Gruppen von August bis November.
Vorkommen und Lebensraum
Der Papageigrüne Saftling ist ein typischer Wiesenpilz. Er bevorzugt magere, ungedüngte Wiesen, Weiden, Parkanlagen, Obstwiesen und Waldlichtungen. Er lebt als Saprophyt, teilweise in Symbiose mit Gräsern.
In der Schweiz ist der Pilz relativ selten und kommt vor allem in extensiv bewirtschafteten Wiesen des Mittellandes und der Voralpen vor. Aufgrund seiner Seltenheit steht er in der Schweiz unter Naturschutz und darf nicht gesammelt werden.
Giftigkeit und Verzehr
Der Papageigrüne Saftling gilt als leicht giftig. Er kann Verdauungsstörungen, Übelkeit und Durchfall verursachen. Eine Verzehrfreigabe gibt es nicht. Aufgrund seines schleimigen Überzugs und der geringen Grösse ist er zudem ungeniessbar. Es gibt immer wieder Verwechslungen mit anderen grünlichen Saftlingen, weshalb vom Sammeln generell abgeraten wird.
Wichtig: Der Pilz ist in vielen Regionen geschützt (u. a. Pilz des Jahres 2003 in Deutschland). In der Schweiz ist das Sammeln gesetzlich verboten.
Ähnliche Arten
Er kann mit anderen grünlich-gelben Saftlingen verwechselt werden, z. B.:
- Gliophorus laetus (Gelblicher Saftling)
- Hygrocybe citrinovirens
- Hygrocybe olivaceoniger
Eine sichere Bestimmung ist oft nur mikroskopisch möglich.
Beste Quellen (Schweiz & fundierte Porträts)
- Papageigrüner Saftling (Gliophorus psittacinus) – Porträt – Sehr ausführliches deutsches Pilzporträt mit Hinweisen zu Schutz und Giftigkeit.
- Pilzmesser.ch – Pilzquiz & Expertenwissen – Schweizer Seite mit Quiz und klarer Angabe „kein Speisepilz“.
- Pilzfreun.de – Porträt mit guten Fotos – Detaillierte Beschreibung der Erscheinung und Verwechslungsgefahr.
Fazit: Ein wunderschöner, aber giftiger und geschützter Pilz, den man in der Schweiz am besten nur mit der Kamera „sammelt“.
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