Porträt der Gewächshaus-Mondspinne (Parasteatoda tepidariorum)
Die Parasteatoda tepidariorum, im deutschsprachigen Raum oft als Gewächshaus-Mondspinne oder Gewächshausspinne bekannt, ist eine faszinierende Vertreterin der Familie der Kugelspinnen (Theridiidae). Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit ist sie weltweit verbreitet und auch in der Schweiz in menschlichen Siedlungen und Gewächshäusern anzutreffen.
Steckbrief und Merkmale
- Systematik: Familie Kugelspinnen (Theridiidae), Gattung Parasteatoda.
- Verbreitung: Kosmopolitische Art; sie besiedelt weltweit unterschiedliche Lebensräume, insbesondere solche, die vom Menschen beeinflusst sind.
- Aussehen: Sie besitzt ein charakteristisches Tarnmuster, das ihr ermöglicht, in ihren unregelmäßigen Netzen oder dunklen Winkeln nahezu unsichtbar zu bleiben.
- Gefährdung: Die Art gilt weltweit als nicht gefährdet.
Lebensweise und Beutejagd
Die Gewächshaus-Mondspinne ist eine geschickte Jägerin, die in unregelmäßigen Raumnetzen auf ihre Beute wartet.
- Ernährung: Sie fängt regelmäßig Insekten. Spektakuläre Beobachtungen zeigen, dass sie sogar Beutetiere erlegen kann, die ein Vielfaches ihrer eigenen Körpergröße erreichen (z. B. große Schmetterlinge oder andere Spinnen wie Dysdera crocata).
- Jagdstrategie: Nach dem Fangen der Beute injiziert die Spinne ein lähmendes Gift, das zugleich Verdauungsenzyme enthält. Die Nahrung wird verflüssigt aufgenommen, wobei meist nur die leere Chitinhülle zurückbleibt.
- Natürliche Feinde: Zu ihren spezialisierten Feinden zählen Spinnenwespen (Pompilidae), die die Spinne lähmen, um ihre Larven mit dem „lebenden Nahrungsvorrat“ zu versorgen.
Vorkommen in der Schweiz
Die Art ist in der Schweiz fest etabliert. Info fauna dokumentiert regelmäßig Beobachtungen dieser Art bei der Prädation im Schweizer Raum. Während in der Öffentlichkeit oft Sorgen über exotische Arten (wie die mediterrane Zoropsis spinimana, die sich in Basel ausgebreitet hat) geäußert werden, gehört die Parasteatoda tepidariorum zum festen Bestandteil der heimischen Spinnenfauna. Sie stellt im Allgemeinen keine Gefahr für den Menschen dar.
Verhalten im Haus
Wenn die Spinne im Haus entdeckt wird, empfiehlt es sich, ihr „sichere Ecken“ hinter Möbeln zu belassen, da sie dort als Nützling agieren kann. Ein stressfreier Beobachtungsplatz ermöglicht spannende Einblicke in ihren Fortpflanzungszyklus, bei dem das Weibchen seinen Kokon über längere Zeit bewacht.
- Info Fauna – Beobachtungen zur Beutejagd in der Schweiz
- Lexikon der Spinnen – Ausführliches Artenporträt
- Fotodrachen – Einblick in die Familie der Kugelspinnen
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