Parkinson Krankheit
Parkinson-Krankheit – Überblick mit Fokus auf die Schweiz
Was ist Parkinson?
Die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson oder idiopathisches Parkinson-Syndrom) ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung des Gehirns. Sie entsteht durch den Untergang dopaminproduzierender Nervenzellen in der Substantia nigra. Typische motorische Symptome sind Bradykinese (Verlangsamung der Bewegungen), Rigor (Muskelsteifigkeit), Tremor (Zittern) und posturale Instabilität. Daneben treten häufig nicht-motorische Beschwerden wie Obstipation, REM-Schlafstörungen, Geruchsverlust oder neuropsychiatrische Symptome auf.
Epidemiologie und Schweiz
In der Schweiz leben schätzungsweise 15 000–20 000 Betroffene. Die Prävalenz steigt mit dem Alter stark an; Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Die Parkinson-Vereinigung Schweiz (parkinson.ch) bietet regionale Selbsthilfegruppen und Beratung.
Ursachen und Pathogenese
Neben genetischen Risikofaktoren (z. B. Mutationen in LRRK2, PARKIN) spielen Umwelteinflüsse eine Rolle. Pestizide, Lösungsmittel und andere Schadstoffe werden als mögliche Auslöser diskutiert. Im Gehirn bilden sich Lewy-Körperchen (α-Synuclein-Aggregate). Die Lewy-Körperchen-Krankheit (LKK / Lewy-Body-Demenz) ist eng verwandt: Beide Erkrankungen teilen die Protein-Aggregate, unterscheiden sich aber im zeitlichen Auftreten von kognitiven versus motorischen Symptomen.
Diagnostik
Gemäß aktueller Leitlinie (DEXIMED 2024) umfassen die Diagnosekriterien Bradykinese plus mindestens ein weiteres Kardinalsymptom (Rigor oder Tremor). Zusätzlich werden Bildgebung (DAT-SPECT), Riechtests und ggf. MIBG-Szintigrafie eingesetzt. Wichtig ist der Ausschluss sekundärer Ursachen (z. B. vaskulär, medikamentös).
Therapie
Medikamentös
- Levodopa (meist in Kombination mit Decarboxylase-Hemmer, z. B. Madopar®) bleibt Goldstandard.
- Dopamin-Agonisten, MAO-B-Hemmer, COMT-Hemmer und Amantadin ergänzen je nach Stadium.
- In der Spätphase treten motorische Fluktuationen und Dyskinesien auf, die durch Fraktionierung, Retard-Präparate oder Pumpentherapien (Duodopa®, Apomorphin-Pumpe) behandelt werden.
Nicht-medikamentös
- Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie.
- Neuropsychologische Betreuung bei kognitiven oder affektiven Störungen.
Operativ
- Tiefe Hirnstimulation (THS) des Nucleus subthalamicus oder Globus pallidus internus bei therapieresistenten Fluktuationen.
Verlauf und Prognose
Die Krankheit schreitet individuell unterschiedlich schnell fort. Frühe nicht-motorische Symptome können bereits Jahre vor den motorischen Zeichen auftreten. Eine kausale Therapie existiert noch nicht; aktuelle Forschung konzentriert sich auf Neuroprotektion und krankheitsmodifizierende Ansätze.
Wichtige Anlaufstellen in der Schweiz
- Parkinson-Vereinigung Schweiz (parkinson.ch)
- Universitätsspitäler Zürich, Basel, Bern und Genf mit spezialisierten Bewegungsstörungs-Sprechstunden
- Memory-Clinics zur Abgrenzung gegenüber Lewy-Body-Demenz
Die besten 5 weiterführenden Links
- https://www.parkinson.ch/parkinsonkrankheit/was-ist-parkinson – Offizielle Seite der Schweizer Parkinson-Vereinigung mit verständlichen Erklärungen und Selbsthilfeangeboten.
- https://www.usz.ch/krankheit/parkinson – Universitätsspital Zürich: aktuelle Diagnostik- und Therapieinformationen.
- https://www.parkinson.ch/parkinsonkrankheit/geschichte-der-krankheit – Historischer Überblick und Meilensteine der Parkinson-Forschung in der Schweiz.
- https://deximed.de/home/praxiswissen/thema-der-woche-archiv/2024-w05 – Zusammenfassung der neuen deutschen S2k-Leitlinie 2024 mit Diagnosekriterien.
- https://www.seniorenheimplus.ch/gesundheit/die-lewy-korperchen-krankheit/die-verbindung-zwischen-der-lewy-korperchen-krankheit-und-parkinson – Vergleich zwischen Parkinson und Lewy-Körperchen-Krankheit.
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