Der Parodontale Screening Index (PSI): Ein Leitfaden zur Früherkennung

Der Parodontale Screening Index (PSI) ist ein standardisiertes, zahnmedizinisches Diagnoseverfahren, das dazu dient, den Zustand des Zahnhalteapparates (Parodontium) schnell und effizient zu beurteilen. Er ist ein essenzielles Instrument für die Früherkennung von Entzündungen und strukturellen Schäden.

Zweck und Anwendung

Der PSI dient als Basis für die Entscheidung, ob und in welchem Umfang eine parodontale Therapie notwendig ist. Durch den Einsatz einer speziellen PSI-Sonde (mit Längenmarkierungen bei 3,5 mm, 5,5 mm und 8,5 mm) misst der Zahnarzt:

  • Die Tiefe der Zahnfleischtaschen.
  • Die Blutungsneigung des Zahnfleisches (Gingiva).
  • Eventuelle Rauigkeiten auf der Zahnoberfläche (z. B. Zahnstein).

Durchführung und Codierung

Das Gebiss wird in sechs Segmente (Sextanten) unterteilt. Pro Segment wird der höchste Wert erfasst und in eine Skala von 0 bis 4 eingeteilt:

  • Code 0: Gesundes Zahnfleisch, keine Blutungen, keine Taschentiefen, keine Rauigkeiten.
  • Code 1: Blutung nach Sondierung, keine Taschen, keine Rauigkeiten.
  • Code 2: Blutung nach Sondierung sowie Zahnstein oder überstehende Kronenränder.
  • Code 3: Taschentiefen zwischen 3,5 mm und 5,5 mm.
  • Code 4: Taschentiefen von mehr als 5,5 mm.

Bedeutung in der Schweiz und im deutschsprachigen Raum

Auch in der Schweiz sowie in Deutschland und Österreich wird der PSI als wichtiges Vorsorgeinstrument eingesetzt. Er ermöglicht es Zahnärzten, Risikofaktoren wie Rauchen, systemische Erkrankungen, Mundhygienestatus sowie genetische Faktoren in die Therapieplanung einzubeziehen. Während Krankenkassen in vielen Regionen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen mittels PSI fördern, dient der Index primär dazu, eine beginnende Parodontitis frühzeitig zu stoppen, bevor der Kieferknochen substanziell geschädigt wird.

Wichtige Hinweise

  • Früherkennung: Der PSI ermöglicht die Identifikation von parodontaler Behandlungsbedürftigkeit, noch bevor klinische Symptome für den Patienten deutlich spürbar sind.
  • Prävention: Eine regelmäßige Erhebung des PSI ist ein fester Bestandteil der professionellen zahnärztlichen Prophylaxe.
  • Individualität: Die Therapieempfehlung nach einem PSI-Befund wird immer individuell unter Berücksichtigung der gesamten medizinischen Anamnese getroffen.

Empfohlene weiterführende Informationen

  1. Parodontale Screening Index (PSI) – Informationen zur Früherkennung
  2. PSI: Was es damit auf sich hat (Zahnärztin-Münster)
  3. Lexikon-Eintrag zum Parodontalen Screening-Index
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Fachausdrücke Medizin
Parodontaler Screening Index (PSI)
Messwert für den Schweregrad einer Parodontitis-Erkrankung; kann Werte von 0 (gesundes Zahnfleisch) bis 4 (schwere Parodontitis) annehmen.
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