Pepperminta: Eine Analyse des Schweizer Kinodebüts von Pipilotti Rist
Der 2009 erschienene Film „Pepperminta“ markiert das Spielfilmdebüt der international renommierten Schweizer Videokünstlerin Pipilotti Rist. Das Werk ist eine visuell opulente, psychedelische Reise, die sich den Konventionen des klassischen Erzählkinos entzieht.
Inhalt und Stilistik
Der Film dreht sich um die rothaarige Protagonistin Pepperminta (gespielt von Ewelina Guzik), die mit einer unkonventionellen Lebensphilosophie ausgestattet ist. Ähnlich einer erwachsenen Pippi Langstrumpf versucht sie, die Welt durch Experimentierfreude, sinnliche Körperlichkeit und den gezielten Einsatz von Farben zu verändern. Sie versammelt eine Gruppe von Exzentrikern um sich, um gemeinsam gegen die spießbürgerliche Gesellschaft und deren Ängste zu rebellieren.
Stilistisch zeichnet sich der Film durch:
- Psychedelische Bildsprache: Einsatz von Zeitraffer, schnellen Schnitten und gesättigten Farben.
- Traumsequenzen: Der Film verschwimmt zwischen Videokunst-Installation und klassischem Spielfilm.
- Spezialanfertigungen: Für den Film wurden eigens Objekte entworfen, wie beispielsweise ein mechanischer Apfel, der eine wichtige symbolische Rolle einnimmt.
Rezeption in der Schweiz
Der Film wurde in der Schweiz unterschiedlich aufgenommen. Während die Rezeption in der Deutschschweiz auf eine gewisse Resonanz stieß (ca. 14'400 Eintritte), blieb der Zuspruch in der Westschweiz mit rund 500 Eintritten deutlich hinter den Erwartungen zurück. Kritiker betonen oft die enge Verwandtschaft des Films zur Arbeit von Rist im musealen Kontext (z. B. MoMA-Installationen). Er wird als eine Fortführung ihrer Videoästhetik gesehen, die den Sprung vom Ausstellungsraum auf die Kinoleinwand wagt.
Wissenswertes
- Hauptdarstellerin: Die polnische Tänzerin und Performerin Ewelina Guzik, die seit Jahren in der Schweiz lebt und arbeitet, übernahm die Titelrolle.
- Verbindung zur Kunst: Teile des visuellen Materials flossen in Rists Installationen ein, etwa in „Pour Your Body Out (7354 Cubic Meters)“.
- Kritik: Der Film wird oft als "Anarchismus in Bildern" beschrieben, der den Zuschauer auf einen Trip zwischen Heilung und Provokation mitnimmt.
Die 3 besten Links zum Thema
- Pepperminta: Hypnose colorée (Decadrages) – Tiefe kunstwissenschaftliche Analyse des Films und seiner Verbindung zur Video-Kunst.
- Pepperminta (Sammlung Goetz) – Kuratierte Hintergrundinformationen zur künstlerischen Einordnung des Werkes.
- Filmpodcast Nr. 145 (Sennhausers Filmblog) – Zeitgenössische Besprechung und O-Töne aus der Zeit der Filmpremiere in Venedig.
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