Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Ursachen, Symptome und Behandlung
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz pAVK, ist eine weit verbreitete Durchblutungsstörung, die vor allem die Arterien der Beine (seltener die der Arme) betrifft. In Deutschland gilt sie als eine häufige Erkrankung des höheren Lebensalters, die aufgrund ihrer Ursachen und Folgeschäden als ernstzunehmende Gefahr unterschätzt wird.
Definition und Ursachen
Die pAVK ist eine Gefäßerkrankung, bei der es durch Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“) zu einer Verengung oder einem Verschluss der Arterien kommt. Die Blutzufuhr in die Extremitäten wird dadurch gedrosselt. Zu den Hauptrisikofaktoren, die in Deutschland die Entstehung begünstigen, zählen:
- Rauchen
- Diabetes mellitus
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Übergewicht (Adipositas)
- Genetische Vorbelastung (Vererbung)
Leitsymptome: Die „Schaufensterkrankheit“
Ein klassisches Anzeichen ist der schmerzbedingte Stopp beim Gehen. Betroffene verspüren krampfartige Schmerzen in den Beinen bei körperlicher Belastung, die nach einer kurzen Pause wieder nachlassen – ein Phänomen, das im Volksmund als „Schaufensterkrankheit“ bekannt ist. Weitere Warnsignale können sein:
- Kühle oder blasse Haut an den betroffenen Gliedmaßen.
- Schmerzen, die nicht als gewöhnliche Alterserscheinung abgetan werden sollten.
Einteilung der Schweregrade
Die medizinische Einteilung erfolgt üblicherweise in vier Stadien (nach Fontaine/Rutherford). Während im Anfangsstadium oft nur leichte Belastungsschmerzen auftreten, kann das Krankheitsbild ohne adäquate Therapie bis hin zu dauerhaften Ruheschmerzen, offenen Wunden oder einem „Beininfarkt“ (akuter Verschluss) fortschreiten.
Diagnose und Therapie in Deutschland
Die Diagnostik und Behandlung in Deutschland orientieren sich an der S3-Leitlinie (AWMF), die regelmäßig aktualisiert wird (zuletzt 2023).
- Diagnostik: Ärztliche Untersuchung, Gefäßdoppler und bildgebende Verfahren.
- Therapie:
- Lebensstiländerung (Rauchstopp, Bewegungstraining).
- Medikamentöse Therapie (oft antithrombozytäre Medikamente wie ASS, in bestimmten Fällen auch Rivaroxaban).
- Gefäßinterventionen oder operative Eingriffe bei fortgeschrittenen Stadien.
Hinweis: Da die pAVK eng mit systemischer Arteriosklerose verknüpft ist, besteht ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Eine frühzeitige Diagnose ist daher lebenswichtig.
- S3-Leitlinie: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (AWMF)
- Ratgeber zur pAVK – „Die unterschätzte Gefahr“
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit erkennen und behandeln (Podologie)
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