Die Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica): Meisterin der Langstrecke

Die Pfuhlschnepfe ist ein faszinierender Watvogel, der vor allem für seine extremen Leistungen als Zugvogel bekannt ist. Während sie primär in den Tundren der Arktis brütet, ist sie ein seltener, aber geschätzter Gast in der Schweiz.

Biologie und Lebensraum

  • Brutgebiet: Die Art brütet in den arktischen Tundrengebieten, die sich von Nordskandinavien bis nach Sibirien und Alaska erstrecken.
  • Lebensweise: Als Watvogel ist sie stark auf küstennahe Lebensräume wie das Wattenmeer angewiesen, wo sie ihre Nahrung, etwa Wattwürmer, sucht.
  • Erscheinungsbild: Sie tritt in verschiedenen Kleidern auf (Prachtkleid, Jugendkleid) und ähnelt der verwandten Uferschnepfe, bevorzugt jedoch im Gegensatz zu dieser die arktischen Moore.

Flugrekorde der Superlative

Die Pfuhlschnepfe gilt als absolute Rekordhalterin im Nonstop-Flug. Ihr Körper ist physiologisch perfekt auf diese Höchstleistungen angepasst:

  • Extremer Gewichtsabbau: Vor langen Flügen baut der Vogel gezielt Körpermasse auf, um sie während des Fluges effizient zu verbrennen.
  • Rekordflug 2022: Ein dokumentierter Flug führte von Alaska bis nach Tasmanien – eine Strecke von 13'560 km, die in 265 Stunden (ca. 11 Tagen) ohne Zwischenlandung bewältigt wurde.
  • Strategie: Bei starkem Gegenwind wurde beobachtet, dass Pfuhlschnepfen sogar zum Abflugort zurückkehren, um Entkräftung zu vermeiden.

Vorkommen in der Schweiz

Da die Pfuhlschnepfe ein arktischer Zugvogel ist, gehört sie in der Schweiz zu den seltenen Durchzüglern:

  • Beobachtungen: Gelegentliche Sichtungen sind möglich, insbesondere an bedeutenden Rastgebieten wie dem Klingnauer Stausee. Dort werden sie vor allem auf dem Frühjahrszug (ab Ende März) oder im Herbst (Maximum in der zweiten September-Dekade) registriert.
  • Status: Sie erscheint als seltener Gast im Binnenland. Ihre Anwesenheit wird von Ornithologen und Naturfotografen stets mit großem Interesse verfolgt.

Empfohlene Ressourcen

  1. Vogelzugrekorde der Pfuhlschnepfe (NVV Winterthur-Seen)
  2. Beobachtungsdaten zur Pfuhlschnepfe (Naturzentrum Klingnauer Stausee)
  3. Ufer- und Pfuhlschnepfe (BirdLife Schweiz / Ornis)

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Die der Uferschnepfe ähnliche Pfuhlschnepfe brütet in der Arktis und im Norden der Waldzone von Eurasien bis Westalaska. Im Wattenmeer tritt sie als häufiger Durchzügler und Wintergast in Scharen von Zehntausenden auf. Im Binnenland ist sie dagegen recht selten und nur in kleinen Trupps zu bewundern. Anders als die Uferschnepfe ist die Pfuhlschnepfe hier im Herbst häufiger als im Frühling.
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