Der Pirol: Ein tropischer Sommergast in der Schweiz

Der Pirol (Oriolus oriolus) ist ein faszinierender Langstreckenzieher, der mit seinem leuchtend gelben Gefieder und seinem flötenden Gesang eine tropische Note in die Schweizer Wälder bringt. Im Jahr 2013 wurde er von BirdLife Schweiz zum „Vogel des Jahres“ gekürt.

Steckbrief und Lebensweise

  • Aussehen: Männchen bestechen durch ihr auffälliges gelb-schwarzes Gefieder. Trotz dieser Färbung sind sie im dichten Blätterdach erstaunlich schwer zu entdecken.
  • Verhalten: Der Pirol lebt zurückgezogen in den Kronen lichter Laubwälder. Er wird oft als „heimlicher Sänger“ bezeichnet, da man ihn meist nur an seinem flötenden Ruf („düdlio“) erkennt.
  • Namensgebung: Aufgrund seines markanten Rufs bei schwülem Wetter vor Gewittern wird er regional auch „Regenkatze“ genannt.
  • Ernährung: Er ernährt sich primär von Insekten (Schmetterlinge, Raupen) und Früchten. Besonders Kirschen sind eine beliebte Nahrungsquelle, die auch an die Jungvögel verfüttert wird. Die Aufnahme von roten Früchten unterstützt zudem die gelbe Pigmentierung seines Gefieders.

Aufenthalt in der Schweiz

  • Ankunft und Brut: Der Pirol trifft Anfang bis Mitte Mai in der Schweiz ein. Er bevorzugt insektenreiche Laubwälder, oft in der Nähe von blütenreichen Wiesen.
  • Zugverhalten: Als ausdauernder Langstreckenzieher legt er Wege von bis zu 11'000 Kilometern zurück, um in Afrika zu überwintern. Sein Aufenthalt in der Schweiz ist kurz: Schon Ende Juli oder Anfang August beginnt der Rückzug in die Winterquartiere.
  • Gefährdung: Obwohl er aktuell nicht auf der Roten Liste der bedrohten Arten steht, leidet der Pirol unter dem Verlust geeigneter Lebensräume in der Schweiz. Er dient daher als wichtiger Botschafter für eine naturnahe Waldwirtschaft mit hoher Biodiversität.

Beobachtungstipps

Aufgrund seiner Vorliebe für hohe Baumkronen ist die Beobachtung eine Geduldsprobe. Oft verrät nur der Gesang seine Anwesenheit. Orte mit lichtem Laubwald in tieferen Lagen (meist unter 600 m ü. M.) bieten die besten Chancen, ihn bei der Nahrungssuche zu entdecken.


  1. Vogel des Jahres 2013: Pirol (BirdLife Schweiz)
  2. Pirol – der heimliche Sänger (NaThurBildung)
  3. Pirol ist Vogel des Jahres 2013 (Natur4ort)

Vielleicht auch interessant


Baumfalke

Dorngrasmücke

Flussregenpfeifer

Gartenrotschwanz

Gleitaar

Grosstrappe

Grünschenkel

Kiebitzregenpfeifer

Knutt

Kranich

Mehlschwalbe

Mittelspecht

Neuntöter

Rotschenkel

Rötelpelikan

Saharakragentrappe

Sichelstrandläufer

Steinhuhn

Steppenkragentrappe

Steppenweihe

Sumpfläufer

Wachtelkönig

Waldammer

Waldrapp

Zwergammer
War das hilfreich?
Vögel
Pirol
Die nächsten Verwandten des exotisch aussehenden Pirols leben in den Tropen in Afrika und Asien. Trotz seines auffälligen gelbschwarzen Gefieders ist er in den lichtdurchfluteten Baumkronen wegen seiner versteckten Lebensweise nicht leicht zu entdecken. Am einfachsten ist er anhand des wohlklingenden Gesangs nachzuweisen. Den Flötenrufen verdankt der Pirol neben dem deutschen Artnamen und der wissenschaftlichen Bezeichnung Oriolus auch den französischen Namen Loriot . Oft wird der Gesang allerdings vom Star treffend ähnlich nachgeahmt. Der Pirol hält sich im eigentlichen Brutgebiet nur drei Monate auf, bevor er wieder in die Winterquartiere aufbricht.
Pirol
KImehr über Pirol