Die Listspinne (Pisaura mirabilis): Porträt einer faszinierenden Jägerin

Die Listspinne (Pisaura mirabilis), auch bekannt als Brautgeschenkspinne, ist eine weit verbreitete Webspinne aus der Familie der Raubspinnen (Pisauridae). Im Jahr 2002 wurde sie zur „Spinne des Jahres“ gekürt, um auf ihre besondere Lebensweise aufmerksam zu machen.

Steckbrief und Merkmale

  • Systematik: Klasse: Spinnentiere (Arachnida), Ordnung: Webspinnen (Araneae), Familie: Pisauridae.
  • Name: Der wissenschaftliche Artname mirabilis leitet sich vom lateinischen Begriff für „wunderbar“ oder „erstaunlich“ ab.
  • Jagdstrategie: Als „Jagdspinne“ baut sie kein Fangnetz im klassischen Sinne, um Beute zu fangen. Sie ist eine Lauerjägerin, die ihre Beute aktiv jagt oder aus dem Hinterhalt überfällt.
  • Vorkommen: Die Art ist in ganz Europa verbreitet. Auch in der Schweiz ist sie ein häufiger Bewohner in verschiedenen Habitaten wie Wiesen, buschigen Landschaften und Waldrändern. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit ist sie in der heimischen Natur gut beobachtbar.

Besonderheit: Das Brautgeschenk

Der populäre Name „Brautgeschenkspinne“ stammt von ihrem einzigartigen Paarungsverhalten. Um sich unversehrt mit dem Weibchen paaren zu können, bietet das Männchen dem Weibchen ein in Seide eingewickeltes Beutetier an. Während das Weibchen mit dem Fressen des „Brautgeschenks“ beschäftigt ist, kann das Männchen die Paarung sicher vollziehen. Dieses Verhalten dient dazu, den Kannibalismus des Weibchens während des Paarungsaktes zu verhindern.

Ökologische Bedeutung

Als Räuberin spielt die Listspinne eine wichtige Rolle im Ökosystem, indem sie die Insektenpopulationen reguliert. Gleichzeitig dient sie selbst als Nahrungsquelle für andere Tiere, wie beispielsweise verschiedene Arten von Wegwespen, die die Spinnen lähmen, um ihre eigene Brut damit zu versorgen.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

  • Die Listspinne ist eine aktive Jägerin, die kein klassisches Spinnennetz zur Jagd verwendet.
  • Ihr markantes Paarungsverhalten mit einem „Brautgeschenk“ ist in der Welt der Spinnen außergewöhnlich.
  • Sie ist weit verbreitet und findet sich häufig in Schweizer Biotopen.

  1. ARAGES e.V. – Spinne des Jahres 2002 (Listspinne)
  2. Tier und Natur – Ausführliche Systematik und Biologie
  3. Olivier Richardet – Fotodokumentation und Art-Informationen

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Gehört in die Familie der Listspinnen, auch Raubspinnen genannt (Pisauridae). Der Körper ist noch gedungen, d.h. es ist ein allometrisches Wachstum, d.h das sympathische Kinderschema greift. Merkmale: Foto 1 u. 2: CH, SG, St. Gallen, 650 m, 4.4.2009.
Pisaura mirabilis - Jungtier
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Quelle: insects.ch