Die Welt der Platterbsen: Ökologische Vielfalt, kulinarisches Comeback und schmetterlingshafte Schönheit

Die Platterbse ist ein faszinierendes Gewächs, das sowohl ökologisch als auch kulinarisch eine bedeutende Rolle spielt. Sie verbindet die filigrane Schönheit ihrer schmetterlingsartigen Blüten mit einer hohen Resilienz als Kulturpflanze.

1. Ökologische Bedeutung und Lebensraum

Die Blüten der Platterbse (Lathyrus) zeichnen sich durch ihre charakteristische Form aus: Mit etwas Fantasie ähneln die miteinander verwachsenen Kronblätter einem Schmetterling. Diese Struktur ist typisch für viele Schmetterlingsblütler. In der Schweiz finden sich verschiedene Arten, darunter die Frühlings-Platterbse, die bevorzugt unter Bäumen und Büschen an trockenen bis frischen, kalkhaltigen Standorten wächst.

Für die heimische Insektenwelt sind sie von zentraler Bedeutung:

  • Wildbienen: Sie dienen als wichtige Nahrungsquelle für Spezialisten wie die Platterbsen-Mörtelbiene, die Schwarzbäuchige Blattschneiderbiene, sowie diverse Mauer- und Pelzbienen.
  • Schmetterlinge: Spezielle Arten, wie das im Wallis vorkommende Platterbsen-Widderchen (Zygaena osterodensis), sind direkt an das Vorkommen dieser Pflanzen gebunden.

2. Kulinarische Renaissance in der Schweiz

Die Saat-Platterbse (Lathyrus sativus), auch als Kicherling bekannt, erlebt derzeit ein Comeback als wertvolle Proteinquelle. Da sie sehr trockenresistent und widerstandsfähig gegenüber klimatischen Extremen ist, gilt sie als klimaresiliente Alternative zu gängigen Hülsenfrüchten.

  • Verwendung: Sie findet vermehrt Einzug in die Schweizer Gastronomie. Die vielseitige Hülsenfrucht wird zu Hummus, Miso, Tempeh oder in Eintöpfen verarbeitet.
  • Vorteile: Sie ist besonders verträglich, weniger blähend als andere Hülsenfrüchte und lässt sich aufgrund ihrer nussigen Note vielfältig in der Küche einsetzen.
  • Förderung: Organisationen wie die Getreidezüchtung Peter Kunz (gzpk) setzen sich für den Anbau und die Erforschung dieser fast vergessenen Kulturpflanze ein, um die landwirtschaftliche Diversifizierung in der Schweiz zu fördern.

3. Tipps für Garten und Küche

  • Für den Garten: Um Wildbienen über eine längere Zeit zu unterstützen, sollten verschiedene Platterbsen-Arten kombiniert werden, da einzelne Arten oft eine kurze Blütezeit haben.
  • Für die Küche: Vor der Verarbeitung sollten die getrockneten Samen etwa 8 bis 12 Stunden eingeweicht werden, um sie für die Zubereitung von Suppen, Aufstrichen oder als Mehlersatz vorzubereiten.

  1. Wicken und Platterbsen: Ein Tummelplatz für Langhörner und Nektardiebe (bienenzeitung.ch)
  2. Platterbsen in die Küchen und auf die Teller! (agroecologyworks.ch)
  3. Platterbsen: Von schön bis schmackhaft (iva.de)

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Quelle: insects.ch