Poitou-Esel Wildtier

Poitou-Esel: Der „Hippie“ unter den Eseln – vom seltenen Arbeitsriesen zum Wildtier-Schutzfall

Überblick

Der Poitou-Esel (französisch: Baudet du Poitou) ist eine der ältesten und imposantesten Eselrassen der Welt. Mit einer Widerristhöhe von bis zu 150 cm und einem Gewicht von bis zu 450 kg zählt er zu den grössten und schwersten Eseln überhaupt. Charakteristisch ist sein extrem langes, zotteliges Fell, das ihm den Spitznamen „Hippie mit Hufen“ eingebracht hat. Ursprünglich in der französischen Region Poitou-Charente gezüchtet, diente er vor allem der Erzeugung besonders kräftiger Maultiere für Landwirtschaft und Militär.

Historische Nutzung und Rückgang

Früher wurden die Tiere wegen ihrer Kraft, Ausdauer und Genügsamkeit hoch geschätzt. Sie galten als wertvolle Zuchttiere und wurden oft nicht zur Arbeit herangezogen. Mit dem Aufkommen motorisierter Fahrzeuge verlor der Poitou-Esel jedoch seine traditionelle Rolle. Die Population brach dramatisch ein: 1978 gab es weltweit nur noch 44 reinrassige Tiere. Heute existieren nur noch wenige hundert Exemplare. Strenge Zuchtbücher (A- und B-Buch) sollen den Erhalt der Rasse sichern.

Haltung und Bedeutung in der Schweiz

In der Schweiz sind Poitou-Esel selten und meist in Tierparks oder bei spezialisierten Züchtern zu finden. Ein Beispiel ist der Natur- und Tierpark Goldau, wo die Tiere im Grosswijer-Hof leben. Esel allgemein erfreuen sich hier zunehmender Beliebtheit als Herdenschutztiere oder in der tiergestützten Therapie. Dennoch warnt VIER PFOTEN Schweiz davor, Esel in Tourismus-Einrichtungen zu reiten oder für Selfies zu nutzen – viele Tiere leiden unter Hitze, mangelndem Schatten und fehlenden Pausen.

Besonderheiten und Schutz

  • Grösse & Fell: Der Poitou-Esel ist nicht der grösste Esel der Welt (diese Ehre gebührt dem Katalanischen Riesenesel und dem amerikanischen Mammoth Jack), aber er besitzt das längste Fell aller Eselrassen.
  • Charakter: Entgegen dem Vorurteil sind Esel empathisch und intelligent. Sie gelten als „verkannte Nutztiere“.
  • Schutzstatus: Weltweit stark gefährdet. Zuchtprogramme in Europa (z. B. Baudet Du Poitou Zentrale Europa) und Patenschaften in Zoos tragen zum Erhalt bei.

Fazit

Der Poitou-Esel verkörpert sowohl ein Stück Kulturgeschichte als auch ein aktuelles Artenschutzthema. In der Schweiz bieten Tierparks und engagierte Halter die Möglichkeit, diese beeindruckenden Tiere kennenzulernen – ohne sie für kommerzielle Zwecke auszubeuten.


Die 5 besten Links zum Thema:

  1. https://www.tierwelt.ch/artikel/hoftiere/poitou-esel-hippie-mit-hufen-511932
  2. https://www.tierpark.ch/tierarten/poitou-esel/
  3. http://www.poitouesel.de/poitou-esel-rasseportrait/
  4. https://www.vier-pfoten.ch/unseregeschichten/medien/medienmitteilungen/2025/haende-weg-von-wildtier-selfies-in-den-ferien
  5. https://www.tele1.ch/tierisch/der-esel-das-verkannte-nutztier-vogel-des-jahres-2025-159706024

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Poitou-Esel
Die langhaarigen Poitou-Esel gehören zu den Grosseseln. Ursprünglich in Südfrankreich (Poitou) gezüchtet, wurden sie vor allem als Zug- und Lasttiere gebraucht. Wie alle ihre Verwandten stammen auch sie von den heute fast ausgestorbenen Somali-Wildeseln in Nordafrika ab. Der zottelhaarige braune Poitou-Esel ist sehr grossgewachsen und kräftig, weshalb man ihn gerne zur Zucht von Maultieren verwendete. Da er aber sonst kein grosses Nutzen im Arbeitsbereich hat, ging die Zucht der Poitou-Esel drastisch zurück und führte fast zum Aussterben dieser seltenen Haustierrasse. Weltweit existieren nur noch ein paar hundert Poitou-Esel.
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Sourcen: Naturpark Goldau, Wikipedia