Blaise Cendrars und die „Prose du Transsibérien“: Eine Schweizer Perspektive

Das Werk La Prose du Transsibérien et de la petite Jehanne de France des in der Schweiz geborenen Autors Blaise Cendrars gilt als eines der bedeutendsten Gedichte des 20. Jahrhunderts. In der Schweiz findet dieses Werk, das ursprünglich 1913 in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Sonia Delaunay als „Simultanbuch“ veröffentlicht wurde, eine besonders lebendige künstlerische Resonanz.

Kulturelle Bedeutung in der Schweiz

Die Prose du Transsibérien ist nicht nur ein literarisches Monument, sondern dient in der Schweiz regelmäßig als Vorlage für interdisziplinäre Bühnenperformances. Dabei wird der Text oft mit Musik (Violine, Schlagzeug oder Orchester) kombiniert, um die rhythmische Qualität von Cendrars’ Sprache hervorzuheben.

Wichtige Aspekte der Rezeption:

  • Interdisziplinarität: Viele Schweizer Inszenierungen (z. B. am Théâtre Oriental in Vevey oder in der Grange à Emile) verstehen den Text als „musikalische Lesung“, da Cendrars das Werk explizit den Musikern widmete.
  • Visuelle Kunst: Die Zusammenarbeit mit Sonia Delaunay ist in Schweizer Galerien (wie der Galerie Marc Triebold) als Pionierleistung des Orphismus und der Buchkunst präsent.
  • Szenische Tradition: Akteure wie Pierre Gauthier und das „Pulloff Théâtre“ in Genf pflegen seit Jahrzehnten die Tradition, den Text auf Schweizer Bühnen lebendig zu halten und die Zuschauer auf die imaginäre, episch transponierte Reise durch Sibirien mitzunehmen.

Schweizer Projekte im Überblick

  • Pulloff Théâtre, Genf: Langjährige Auseinandersetzung mit dem Werk als performatives Bühnenstück, das die Kraft des gesprochenen Wortes in den Vordergrund stellt.
  • La Lune Verte: Projekt zur literarischen Aufarbeitung der autobiografischen und epischen Elemente der Reise durch Russland.
  • Tangora Trio: Eine musikalische Interpretation, die Cendrars’ Text mit Instrumenten wie Flöte, Gitarre und Klavier kombiniert, um den „reisenden“ Charakter des Textes zu betonen.
  • Grange à Emile: Musikalische Lesungen, die den Fokus auf das Zusammenspiel von Sprache und tzigano-rhythmischen Elementen legen.

Empfohlene Ressourcen

  1. Pulloff Théâtre – La Prose du Transsibérien (Genf)
  2. Tangora Trio – Musikalische Auseinandersetzung mit Cendrars
  3. La Lune Verte – Analyse und Projekte zum Werk

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Prose du transsibérien
Prose du transsibérien
Switzerland, August 2014
Begleitet von Auszügen aus Blaise Cendrars’ «Die Prosa von der Transsibirischen Eisenbahn und der kleinen Jehanne von Frankreich» folgen wir der Strecke des gleichnamigen Zugs mit Bildern, die aus dem Waggonfenster aufgenommen wurden. Ruhig und linear vermischen sich diese mit der Animation abstrakter Formen, die – bald geometrisch, bald organisch – den Empfindungen auf dieser Reise Ausdruck verleihen: jener horizontalen Ortsverschiebung mit ihren Zeitabschnitten, Pausen, Turbulenzen und Gedankenstürmen, die diese/r spezielle Raum/Zeit überhaupt erst möglich macht.
von David Epiney
KImehr über Prose du transsibérien
Quelle: swissfilms.ch