Pushing Boundaries: Ein Dokumentarfilm über Sport und geopolitische Konflikte

Der Dokumentarfilm «Pushing Boundaries» (2020/2021) der Regisseurin Lesia Kordonets ist ein eindrückliches Werk, das die Schnittstelle zwischen sportlicher Höchstleistung und den brutalen Realitäten politischer Grenzverschiebungen thematisiert. Als Master-Abschlussfilm der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) in Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma Dschoint Ventschr entstanden, hat der Film in der Schweizer Filmlandschaft große Anerkennung gefunden.

Inhaltliche Zusammenfassung

Der Film begleitet Mitglieder der ukrainischen paralympischen Nationalmannschaft über mehrere Jahre. Ausgangspunkt ist die Paralympiade 2014 in Sotschi, die unter dem Motto «Pushing Boundaries» (Grenzen verschieben) stand – ein Slogan, der im Kontext des Films eine bittere Ironie erhält. Während die Athleten ihre körperlichen Grenzen austesten, werden durch die russische Annexion der Krim die staatlichen Grenzen ihres Heimatlandes gewaltsam neu gezogen.

Die Athleten kehren in ein „amputiertes Land“ zurück, in dem Sport und Politik unweigerlich kollidieren. Der Film reflektiert dabei die prekäre Lage der Sportler, die ihre Trainingsbasis verlieren und gezwungen sind, ihr Leben und ihre Karriere an den anhaltenden bewaffneten Konflikt anzupassen.

Technische Daten und Hintergrund

  • Regie: Lesia Kordonets
  • Produktion: Dschoint Ventschr Filmproduktion / ZHdK
  • Laufzeit: ca. 100–102 Minuten
  • Produktionsland: Schweiz / Ukraine
  • Sprachen: Ukrainisch, Russisch (mit Untertiteln)
  • Festivals & Auszeichnungen: Der Film wurde unter anderem am renommierten Schweizer Filmfestival Visions du Réel präsentiert und war Gegenstand intensiver Berichterstattung, etwa in der NZZ.

Die zentrale Botschaft

«Pushing Boundaries» ist weit mehr als ein Sportfilm. Er ist eine tiefgreifende Untersuchung über menschliche Resilienz. Kordonets stellt die Frage, wie ein Mensch seine eigenen Grenzen verschieben kann, wenn das Umfeld – durch Krieg und politische Aggression – zunehmend instabil wird. Es geht um den schmalen Grat zwischen dem „Helden“ und dem „Opfer“, dem „Sportler“ und dem „Verteidiger“.


  1. Pushing Boundaries bei filmstudieren.ch – Umfassendes Archivblatt mit technischen Details zum ZHdK-Diplomfilm.
  2. Bericht der NZZ über Pushing Boundaries – Einblicke in die mediale Rezeption und das Gespräch mit der Regisseurin.
  3. Pushing Boundaries bei den Brugger Dokumentarfilmtagen – Kurze Inhaltsangabe und Kontext zum Schweizer Filmfestival-Programm.

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Pushing Boundaries
Pushing Boundaries
Switzerland, Planned for 1st quarter 2021
Während der völkerverbindenen Paralympiade in Sotschi annektierten die Russen die Halbinsel Krim. Dadurch verliert das ukrainische Team seine Trainingsbasis, einige sogar die Staatsangehörigkeit. Während um sie herum die Grenzen ständig verschoben werden, müssen sich die ukrainischen Sportler und Sportlerinnen im kriegsversehrten Land den neuen historischen Gegebenheiten anpassen, um sich für die nächste Paralympiade zu qualifizieren.
von Lesia Kordonets
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Quelle: swissfilms.ch