Die Quell-Blasenschnecke: Ein biologischer Indikator für sauberes Wasser

Die Quell-Blasenschnecke (Physa fontinalis) gehört zur Familie der Blasenschnecken (Physidae) und ist ein faszinierendes, jedoch in vielen Regionen gefährdetes Lebewesen unserer Binnengewässer.

Merkmale und Biologie

  • Gehäusebau: Ein wesentliches Erkennungsmerkmal der gesamten Blasenschnecken-Familie ist das linksgewundene Gehäuse. Dies unterscheidet sie von der Mehrheit der anderen Süßwasserschnecken, die rechtsgewunden sind.
  • Lebensraum: Die Art bevorzugt saubere Gewässer mit hoher Wasserqualität. In der Schweiz gilt ihre Präsenz, beispielsweise in den Giessen des Rohrer Schachens (Aarau), als direkter Indikator für einen ökologisch intakten Lebensraum.
  • Gefährdung: In einigen Schweizer Gewässern, etwa in bestimmten Bereichen großer Seen, gilt die Quell-Blasenschnecke als lokal ausgestorben. Naturschutzverbände wie der Aarauer Bachverein setzen sich daher aktiv für den Erhalt solcher sensiblen aquatischen Lebensräume ein.

Abgrenzung zu anderen Blasenschnecken

Oftmals wird die Quell-Blasenschnecke mit der häufig vorkommenden Spitzen Blasenschnecke (Physella acuta) verwechselt. Während Physa fontinalis eher spezifische Ansprüche an die Wasserqualität stellt, ist Physella acuta deutlich anpassungsfähiger und kommt häufig in stehenden oder langsam fließenden Gewässern sowie in der Aquaristik vor.

Rolle im Ökosystem

Blasenschnecken fungieren in der Natur als essenzielle „Gesundheitspolizei“:

  • Ernährung: Sie ernähren sich primär von abgestorbenem Pflanzenmaterial (Detritus), Algenaufwuchs und Biofilmen.
  • Selbstregulierung: Ihre Population passt sich in der Regel dynamisch an das vorhandene Nahrungsangebot an, was sie zu effizienten Resteverwertern macht.

Die besten Informationsquellen

  1. Aarauer Bachverein: Projekte – Informationen zur ökologischen Bedeutung der Quell-Blasenschnecke in der Schweiz.
  2. Physella acuta - Spitze Blasenschnecke (Wirbellose.de) – Detaillierte Informationen zur Biologie und Abgrenzung von Blasenschnecken.
  3. Vierteljahrsschrift NGZ (Archiv) – Wissenschaftliche Einblicke zur Bestandsentwicklung und zum Verschwinden der Quell-Blasenschnecke in Schweizer Seen.

Vielleicht auch interessant


Alpen Haarschnecke

Bergamasker Felsenschnecke

Bläuliche Kornschnecke

Dreieckige Erbsenmuschel

Dreizähnige Puppenschnecke

Flache Federkiemenschnecke

Gemeine Glattschnecke

Gemeine Kahnschnecke

Generoso Kielschnegel

Grosse Erbsenmuschel

Grosse Laubschnecke

Hohe Windelschnecke

Kugelige Glasschnecke

Leberegelschnecke

Moos Puppenschnecke

Posthornschnecke

Riemenschnecke

Rote Wegschnecke

Rötliche Laubschnecke

Salzbernsteinschnecke

Schlanke Zwerghornschnecke

Tigerschnegel

Weisse Turmschnecke

Weitmündige Haferkornschnecke

Zottige Haarschnecke
War das hilfreich?
Schnecken Schweiz
Quell Blasenschnecke
Merkmale
Gehäuse mit einem grosssen letzten Umgang, linksgewunden. Gehäuseöffnung ist grössser als die halbe Höhe des Gehäuses. Apex stumpf, abgerundet. Süssswassserart
Fundorte
Gewässser in der gesamten Schweiz, aussser im Graubünden und Zentralalpen
Lat. Bezeichnung
Physa fontinalis
Quell Blasenschnecke
KImehr über Quell Blasenschnecke
Quelle: info fauna CSCF