Übersicht: Räuberinnen im kulturellen und gesellschaftlichen Kontext der Schweiz

Das Thema „Räuberinnen“ ist in der Schweiz vielfältig besetzt. Es reicht von filmischen Adaptionen klassischer Literatur über theaterpädagogische Projekte bis hin zu kriminalistischen Berichten.

1. Der Schweizer Spielfilm „Räuberinnen“ (2009)

Unter der Regie von Carla Lia Monti entstand 2009 der Spielfilm Räuberinnen. Die Produktion von Dschoint Ventschr (Produzent: Samir) versteht sich als „Schauermärchen“ frei nach Friedrich Schillers Die Räuber. Der Film zeichnet sich durch seinen bewusst grotesken und provokativen Stil aus. Kritiker vergleichen die Handschrift der Regisseurin mit dem US-amerikanischen Regisseur John Waters, da der Film bewusst mit ästhetischen Konventionen bricht.

2. Theater und Performance

Das Motiv der „Räuberin“ dient in der Schweizer Theaterlandschaft häufig als Vehikel für Gesellschaftskritik:

  • THIS IS A ROBBERY! (Theater Marie, 2023): Diese Produktion transformiert Schillers Klassiker in eine kraftvolle Kapitalismuskritik. Hier schlüpfen acht Schauspielerinnen in die Rollen der Räuber, um ihre Stimmen gegen ökonomische Strukturen zu erheben.
  • Theaterpädagogische Projekte: Vereine wie Gut Gebrüllt nutzen das Thema „Räuber und Räuberinnen“, um mit Kindern zwischen 8 und 12 Jahren Fragen nach Freiheit, Nonkonformismus und modernen Heldinnen-Vorbildern spielerisch zu erarbeiten.

3. Weitere Verwendungen des Begriffs

  • Freizeit & Pädagogik: In Geländespielen (z. B. Pfadi- oder Lagerkontext) wird der Begriff „Räuber“ bzw. „Räuberin“ als spielerisches Element eingesetzt, um Handels- oder Eroberungssimulationen dynamischer zu gestalten.
  • Naturbeobachtung: Im Kontext der Imkerei wird der Begriff „Räuberin“ genutzt, um Bienen zu beschreiben, die fremde Völker überfallen, um Honigvorräte zu stehlen.
  • Kriminalchronik: In lokalen Medienberichten (wie etwa in den Wiedikonews) wird der Begriff in polizeilichen Kontexten verwendet, wenn Frauen bei Raubdelikten festgenommen werden.

  1. Räuberinnen (Film) auf artfilm.ch – Informationen zum Schweizer Spielfilm von 2009.
  2. THIS IS A ROBBERY! – Theater Marie – Details zur modernen Inszenierung von 2023.
  3. Räuber und RäuberInnen – Claudia Bühlmann – Einblick in die theaterpädagogische Auseinandersetzung mit dem Thema.

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Räuberinnen
Räuberinnen
Switzerland / Luxembourg, January 2009
Vor langer, langer Zeit. Die junge Emily wird von ihrer Mutter an einen Bischof verschachert, der sich an ihr vergreift. Sie flüchtet in ein Bordell, wo sie sich mit den Huren anfreundet. Bedrängt durch die Schergen des Bischofs, beschliessen die Frauen in den Wald zu ziehen und Räuberinnen zu werden.
von Carla Lia Monti
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Quelle: swissfilms.ch