Rainfarn Giftpflanze

Rainfarn (Tanacetum vulgare) – Die giftige Schönheit mit goldgelben Knöpfen

Beschreibung und Vorkommen in der Schweiz

Der Rainfarn, auch bekannt als Gülden Knöpfle, ist eine ausdauernde, bis zu 120 cm hohe Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Charakteristisch sind die goldgelben, knopfartigen Blütenköpfe, die von Juli bis September blühen. Die Blätter sind farnähnlich gefiedert, was der Pflanze ihren Namen gab („Rain“ für Ruderalstandorte + Farn).

In der Schweiz ist der Rainfarn weit verbreitet. Er kommt von der kollinen bis in die montane, gelegentlich sogar subalpine Stufe vor. Typische Standorte sind sonnige Ruderalflächen, Waldschläge, Dämme, Schuttplätze und Wegränder. Im Kanton Zürich gilt er als verbreitet.

Giftigkeit und Vorsicht

Rainfarn ist eine Giftpflanze. Er enthält vor allem das Monoterpenketon Thujon, welches in höheren Dosen stark toxisch wirkt. Bereits Mengen ab 1–3 Gramm der getrockneten Pflanze können Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

Symptome einer Vergiftung können sein: Krämpfe, Leberschäden, neurologische Störungen und in schweren Fällen tödlicher Ausgang.

Wichtig für die Schweiz:
Der direkte Kontakt mit den Blättern kann bei empfindlichen Personen Hautreizungen (Dermatitis) auslösen. Besonders das ätherische Öl ist hochkonzentriert und darf niemals unverdünnt auf die Haut oder innerlich angewendet werden. Schwangere, Stillende und Kleinkinder sollten jeden Kontakt vermeiden.

Historische und heutige Verwendung

Trotz der hohen Giftigkeit wurde Rainfarn früher in der Volksmedizin bei Bandwürmern, Verdauungs- und Stoffwechselproblemen eingesetzt – eine Anwendung, die heute aufgrund des hohen Risikos strikt abgelehnt wird.

Positive Aspekte:

  • Insektenpflanze: Sehr beliebt bei Wildbienen (u. a. Seiden- und Maskenbienen), Schmetterlingen und diversen Käfern. Die Sackträgermotte und Palpenmotte sind sogar spezialisiert auf Rainfarn.
  • Biologischer Pflanzenschutz: Früher als Sud gegen Blattläuse und andere Schädlinge (z. B. Kartoffelkäfer) verwendet.
  • Färbepflanze: Liefert mit Alaunbeize gelbe bis olivgrüne Farbtöne auf Wolle.
  • Imkerei: Getrocknet als Rauchmittel verwendet.
  • Ätherisches Öl (Blauer Rainfarn / Blue Tansy): Das blaue Öl (aus einer marokkanischen Varietät) wird in der Aromatherapie und Hautpflege (stark verdünnt!) bei Hautunreinheiten und Reizungen eingesetzt. Es hat entzündungshemmende und beruhigende Eigenschaften, ähnlich wie Kamille, jedoch konzentrierter.

Ökologische Bedeutung

Rainfarn ist eine wertvolle Wildpflanze für die Biodiversität. Er dient vielen Raupen als Futterpflanze und bereichert mit seinen leuchtenden Blüten Ruderalbiotope. In Nordamerika wurde er historisch sogar zum Konservieren von Leichentüchern und zum Bestreuen von Särgen verwendet – vermutlich wegen seiner starken insektiziden und konservierenden Wirkung.


Beste 3 Links zum Thema Rainfarn:

  1. Rainfarn (Tanacetum vulgare) – Jungle Service Schweiz
    Sehr gute Übersicht mit Fokus auf Vorkommen und Nutzen in der Schweiz.

  2. Heilpflanzen: Rainfarn – AWL.ch
    Detaillierte Informationen zu Wirkstoffen, Toxizität und historischer Verwendung.

  3. Rainfarn (Tanacetum vulgare) – beeworld.ch
    Informatives Bienenpflanzen-Portrait mit Angaben zu Standort und Blütezeit in der Schweiz.

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Giftpflanzen
Rainfarn
Einstufung
Giftige TeileBlüten, als auch Stängel
WirkstoffeThujon
FolgenErbrechen, Entzündungen von Magen und Darm mit Leibschmerzen, Rötung des Gesichts und Pupillenerweiterung; im weiteren Verlauf starke Krämpfe, Herzrhythmusstörungen, Uterusblutungen sowie Schädigungen von Niere und Leber; bei tödlicher Vergiftung erfolgt Kreislauf- und Atemstillstand
Rainfarn
KImehr über Rainfarn
Quelle: Wikipedia