Regine Hildebrandt Person

Regine Hildebrandt – Die „Mutter Courage“ der deutschen Sozialpolitik

Biografie

Regine Hildebrandt (geb. 26. April 1941 in Berlin; gest. 26. November 2001 in Woltersdorf bei Berlin) war eine der bekanntesten und beliebtesten Politikerinnen der Nachwendezeit in Ostdeutschland. Die promovierte Biologin und SPD-Politikerin war von 1990 bis 1999 brandenburgische Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen.

Sie galt als eine der wenigen ostdeutschen Politikerinnen, die nach der Wende nicht nur Akzeptanz, sondern echte Zuneigung in der Bevölkerung genoss. Wegen ihres unermüdlichen Einsatzes für sozial Benachteiligte, Arbeitslose und Kranke wurde sie liebevoll „Mutter Courage“ genannt.

Politisches Wirken und Haltung

Hildebrandt stand für eine Politik der Solidarität und des Mitgefühls. Sie setzte sich besonders für:

  • den Erhalt und Ausbau sozialer Sicherungssysteme in Ostdeutschland
  • die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Armut
  • die Gleichstellung von Frauen
  • eine humane Gesundheitspolitik

ein. Ihr berühmtes Zitat „Je besser es den Menschen geht, desto stärker erleben wir eine Entsolidarisierung unter ihnen“ wird bis heute viel zitiert, auch in der Schweiz (siehe goldacher.ch).

Namensgebende Wirkung – Preise, Schulen und Ehrungen

Der Name Regine Hildebrandt steht heute deutschlandweit für gelebte Solidarität. Nach ihr benannt oder zu ihren Ehren vergeben werden unter anderem:

  • Regine-Hildebrandt-Preis der Stiftung Solidarität Bielefeld (seit 1997, zunächst „Förderpreis der Solidarität“)
  • Regine-Hildebrandt-Medaille der AWO Brandenburg und Berlin (verliehen u. a. an Wilhelm Schmidt und Dr. Margrit Spielmann)
  • Regine-Hildebrandt-Schule in Fürstenwalde/Erkner (Brandenburg)
  • Verschiedene soziale Einrichtungen, die bewusst ihren Namen tragen

Olaf Scholz würdigte sie 2003 in seiner Ansprache zur Preisverleihung als eine Frau, deren Wirkung so groß war, dass selbst eine Schulklasse feststellen musste: Es gibt fast keinen Ort in Brandenburg, an dem sie nicht war.

Bezug zur Schweiz

Obwohl Hildebrandt nie in der Schweiz politisch tätig war, wird ihr Zitat zur Entsolidarisierung bis heute in der Schweizer Debatte um Sozialstaat und gesellschaftlichen Zusammenhalt verwendet. Auf naturrecht.ch und goldacher.ch wird sie als mahnende Stimme gegen eine kalte Ellenbogengesellschaft zitiert. Zudem existiert eine Aquarienpflanze namens Echinodorus Reni (auch Echinodorus Regine Hildebrandt), die in der Schweiz im Handel ist.

  1. Stern der Solidarität – Regine-Hildebrandt-Preis – Offizielle Seite des wichtigsten nach ihr benannten Preises
  2. Olaf Scholz’ Ansprache zur Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises (2003) – Sehr persönliche und eindrückliche Würdigung ihrer Persönlichkeit
  3. Persönliche Gedanken – goldacher.ch (Schweiz) – Schweizer Reflexion über das berühmte Hildebrandt-Zitat zur Entsolidarisierung

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Personen
Regine Hildebrandt
Regine Hildebrandt war eine deutsche Biologin und populäre SPD-Politikerin, die in der Öffentlichkeit gelegentlich den Beinamen "Mutter Courage des Ostens" erhielt. Sie wurde Anfang der 1940er-Jahre am 26. April 1941 in Berlin geboren und verstarb mit 60 Jahren am 26. November 2001 in Woltersdorf bei Berlin. Dieses Jahr wäre sie 78 Jahre alt geworden.
Regine Hildebrandt
Quelle: geboren.am