Rhenium (Re) – Das seltene Edelmetall mit deutschem Ursprung

Rhenium ist ein faszinierendes und extrem seltenes Übergangsmetall mit der Ordnungszahl 75. Es zeichnet sich durch außergewöhnliche physikalische Eigenschaften aus und spielt eine entscheidende Rolle in der modernen Hochleistungstechnik.

Historischer Kontext und Entdeckung

  • Deutsche Entdeckung: Rhenium wurde 1925 von den deutschen Chemikern Walter Noddack, Ida Tacke und Otto Berg in Berlin (Siemens & Halske) entdeckt. Es war das letzte der natürlich vorkommenden, stabilen Elemente, das identifiziert wurde.
  • Namensgebung: Der Name leitet sich vom lateinischen Rhenus (Rhein) ab.
  • Industrielle Pioniere: Der deutsche Chemiker Wilhelm Veit entwickelte ein Verfahren zur großtechnischen Gewinnung von Rhenium aus Rückständen des Mansfelder Kupferschiefers.

Physikalische und chemische Eigenschaften

  • Schmelzpunkt: Rhenium besitzt einen der höchsten Schmelz- und Siedepunkte aller Elemente.
  • Verformbarkeit: Das Metall ist duktil, was es für Schmiede- und Schweißprozesse gut geeignet macht.
  • Stabilität: Es ist sehr widerstandsfähig. Im Gegensatz zu Platin wird Rhenium bei katalytischen Prozessen weniger schnell durch Verkohlung „vergiftet“.
  • Chemische Reaktivität: Es reagiert erst bei hohen Temperaturen mit Sauerstoff, Fluor, Chlor oder Schwefel.

Wichtige Einsatzgebiete

  • Luft- und Raumfahrt: Nickel-basierte Superlegierungen mit einem Rhenium-Anteil von bis zu 6 % bilden die Grundlage für moderne Flugzeugtriebwerke (Turbinenschaufeln, Brennkammern).
  • Katalysetechnik: Rhenium ist essenziell für Platin-Rhenium-Katalysatoren, die bei der Herstellung von bleifreiem Benzin und anderen Kohlenwasserstoffen zum Einsatz kommen.
  • Technik: Verwendung in elektrischen Kontakten, Röntgenröhren, Thermoelementen und Massenspektrometern.
  • Geowissenschaften: Die Rhenium-Osmium-Isotopenanalyse ist ein wichtiges Werkzeug in der Geologie zur Datierung von Erzbildungsprozessen.

Vorkommen und Verfügbarkeit

Rhenium ist eines der seltensten Elemente in der Erdkruste (Konzentration ca. 1 ppb). Es tritt meist als Nebenprodukt bei der Verarbeitung von Molybdän- und Kupfererzen auf. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit wird es als kritischer Rohstoff eingestuft, wobei Deutschland und die EU die Versorgungssicherheit regelmäßig bewerten.


Empfohlene weiterführende Informationen

  1. Das Element Rhenium – Verwendung & Co. (chemie-azubis.de)
  2. Rhenium - ein patriotisches Chamäleon (faszinationchemie.de)
  3. Edelmetall Rhenium – Historie und Anwendung (goldpreis-goldankauf.de)
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Chem. Elemente
Rhenium (Re / 75)
Molmasse 186.23 g mol-1
Elektronegativität / Pauling 1.9
Dichte bei 20° 21.0 g cm-3
Schmelzpunkt 3180 °C
Siedepunkt 5630 °C
Atomradius (Van der Waals) 0.138 nm
Ionenradius k.A.
Isotope k.A.
Standardpotential 0.25 V
Kann Augen- und Hautentzündungen verursachen. Die Flüssigkeit kann zu Haut- und Augenverbrennungen führen. Bei Einnahme kann es zu einer Entzündung des Verdauungstraktes kommen. Bei Einatmung können sich die Atemwege entzünden.
→ mehr Elemente (Periodensystem)