Rhesus-Unverträglichkeit: Grundlagen, Risiken und Vorsorge

Die Rhesus-Unverträglichkeit ist ein medizinischer Zustand, der auftreten kann, wenn eine schwangere Frau Rhesus-negativ ist und ihr ungeborenes Kind den Rhesus-positiven Faktor vom Vater geerbt hat. Dank moderner medizinischer Vorsorge in der Schweiz sind ernsthafte Komplikationen heute sehr selten geworden.

Was ist der Rhesusfaktor?

Beim Menschen unterscheidet man neben den klassischen Blutgruppen (A, B, AB, 0) den Rhesusfaktor (Rh). Rund 85 % der Bevölkerung sind Rhesus-positiv, etwa 15 % sind Rhesus-negativ.

Entstehung einer Unverträglichkeit

Eine Unverträglichkeit kann nur entstehen, wenn:

  • Die Mutter Rhesus-negativ ist.
  • Das Kind Rhesus-positiv ist.

Wenn mütterliches Blut mit kindlichem Blut in Kontakt kommt (z. B. bei einer Blutung, Fruchtwasserpunktion, Fehlgeburt oder während der Geburt), kann das Immunsystem der Mutter Antikörper gegen das Blut des Kindes bilden. Diesen Prozess nennt man Sensibilisierung. Während die erste Schwangerschaft oft noch unproblematisch verläuft, reagiert das Immunsystem bei einer erneuten Schwangerschaft mit einem Rhesus-positiven Kind oft sehr rasch. Die Antikörper können dann die Plazenta passieren und die roten Blutkörperchen des Kindes zerstören.

Vorsorge und Behandlung in der Schweiz

Um Komplikationen zu vermeiden, setzen Schweizer Praxen auf ein systematisches Vorgehen:

  1. Standard-Vorsorge: Rhesus-negativen Schwangeren wird in der Regel in der 28. Schwangerschaftswoche eine Dosis Anti-D-Immunglobulin verabreicht, um eine Sensibilisierung zu verhindern.
  2. Moderne Diagnostik: Dank neuer Bluttests kann heute direkt bestimmt werden, ob das Kind Rhesus-positiv oder -negativ ist. Dies erlaubt es, die Anti-D-Prophylaxe gezielt nur dann einzusetzen, wenn tatsächlich ein Risiko besteht. In der Schweiz kann dadurch der Einsatz der Prophylaxe um rund 40 % reduziert werden.
  3. Nach der Geburt: Sollte das Kind Rhesus-positiv sein, wird nach der Geburt erneut eine Dosis Anti-D verabreicht, um das Risiko für zukünftige Schwangerschaften zu minimieren.

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Fachausdrücke Medizin
Rhesus Unverträglichkeit
Eine Unverträglichkeit zwischen mütterlichem und kindlichem Blut kann zur Auflösung der roten Blutkörperchen des Kindes führen. Die Unverträglichkeit kommt zustande, wenn sich auf den mütterlichen roten Blutkörperchen kein Rhesusfaktor befindet (rh-negativ), das Kind jedoch den Rhesusfaktor geerbt hat (RH-positiv). Während der Schwangerschaft wird normalerweise kein Blut zwischen Mutter und Kind ausgetauscht - ein Blutkontakt findet erst bei der Geburt statt, sodass der mütterliche Organismus erst nach der Geburt des ersten Kindes Antikörper gegen den Rh-Faktor bildet. Bei einer zweiten Schwangerschaft hat die Mutter dann Antikörper gebildet, diese können die Plazenta durchwandern und das zweite Kind gefährden. Um diese Rh-Faktoren in der zweiten Schwangerschaft abzufangen und für das Kind unschädlich zu machen, werden der Mutter Antikörper gegen diese Rh-Antikörper gespritzt.
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