Die Rhododendronzikade: Erkennung, Auswirkungen und Umgang

Die Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi, oft fälschlicherweise als G. coccinea bezeichnet) ist ein in Europa eingebürgerter Schädling, der besonders in der Schweiz verbreitet ist. Obwohl sie oft als reiner Schädling wahrgenommen wird, ist ihre Rolle im Garten differenziert zu betrachten.

Biologie und Lebenszyklus

  • Merkmale: Das Insekt ist etwa 8–9 mm lang, auffallend grün-rot gestreift und gehört zur Familie der Schmuckzikaden.
  • Zyklus: Die Zikade durchläuft pro Jahr nur eine Generation. Die erwachsenen Tiere sind vorwiegend von Juli bis September aktiv und fliegen bei Störung schnell davon.
  • Verbreitung: In der Schweiz ist sie ein häufiger Gast auf Rhododendren in Privatgärten und Waldgebieten.

Die Rolle beim Knospensterben

Die direkte Saugtätigkeit der Zikade an den Blättern verursacht meist keine nennenswerten Schäden. Das Hauptproblem ist jedoch indirekter Natur:

  • Pilzübertragung: Die Zikade ist der Vektor für den Pilz Pycnostysanus azaleae. Bei der Eiablage in die Blütenknospen entstehen Wunden, durch die der Pilz eindringen kann.
  • Knospensterben: Der Pilzbefall führt dazu, dass die Knospen absterben, braun werden und vertrocknen. Dies ist das Hauptschadbild, das Gärtner auf den Plan ruft.

Empfehlungen für Gärtner

Um die Ausbreitung des Pilzes zu minimieren, werden in der Schweiz (u.a. durch Fachgärtnereien wie Hauenstein) folgende Maßnahmen empfohlen:

  1. Mechanische Kontrolle: Dürre und befallene Knospen sollten vorsichtig ausgebrochen und über den Hauskehricht (nicht Kompost) entsorgt werden, um die Pilzsporen zu entfernen.
  2. Monitoring: Ab Juli können Gelbtafeln in der Nähe der Rhododendren aufgestellt werden. Dies dient einerseits zur Überwachung des Befallsdrucks und kann andererseits erwachsene Tiere abfangen.
  3. Gelassenheit: Nicht jede Sichtung einer Zikade erfordert sofortige Panik. In vielen Fällen sind die Schäden an der Pflanze selbst minimal.

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