Ricarda Huch (1864–1947): Pionierin, Historikerin und Dichterin

Ricarda Huch war eine der bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen und Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Ihr Leben war geprägt von intellektuellem Mut, wissenschaftlichem Pioniergeist und einer unerschütterlichen moralischen Haltung gegen den Nationalsozialismus.

Biografie und Wirken

  • Herkunft und Bildung: Geboren 1864 in eine wohlhabende Braunschweiger Kaufmannsfamilie, war sie eine der ersten Frauen, die in der Schweiz ein Studium aufnehmen konnten.
  • Zürcher Jahre: 1886/1887 zog sie nach Zürich, wo sie zwischen 1888 und 1892 Geschichte und Philosophie studierte. Sie promovierte als eine der ersten Frauen überhaupt im Fach Geschichte. Ihre Erlebnisse dieser Zeit verarbeitete sie später literarisch, etwa in ihrem Werk „Frühling in der Schweiz“.
  • Literarisches und historisches Schaffen: Sie war eine profilierte Historikerin (deren Arbeiten auch Golo Mann beeinflussten) und Dichterin. Thomas Mann bezeichnete sie als „die erste Frau Deutschlands“ und „wahrscheinlich die erste Europas“.
  • Widerstand: 1933 trat sie aus der Preußischen Akademie der Künste aus, um gegen die Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten zu protestieren. Während der NS-Zeit verharrte sie in einer inneren Emigration in Jena und versuchte nach dem Zweiten Weltkrieg, dem deutschen Widerstand ein literarisches Denkmal zu setzen.

Bezug zur Schweiz

  • Studienstandort: Zürich ermöglichte ihr den akademischen Weg, der ihr in Deutschland aufgrund ihres Geschlechts verwehrt geblieben wäre.
  • Literarische Reflexion: In ihrem Buch „Frühling in der Schweiz“ blickt sie lebendig und spontan auf ihre prägende Zürcher Studienzeit zurück.
  • Heutige Präsenz: Ihr Name findet sich in der Schweiz unter anderem im Stadtbild wieder, beispielsweise durch die Ricarda-Huch-Strasse in Zürich-Oerlikon. Zudem wird sie in kulturellen Diskursen, etwa im „bücherraum f“, als eine der großen Pionierinnen der Frauenbildung gewürdigt.
  1. Ricarda Huch - Kampa Verlag – Ein ausführliches Porträt über ihr Leben, ihr Wirken und ihre Haltung im Widerstand.
  2. Ricarda Huch - Limmat Verlag – Fokus auf ihre Biografie, ihre akademische Laufbahn und ihre Zeit in Zürich.
  3. POSTKARTEN-TIPP: Ricarda Huch «Frühling in der Schweiz» – Ein Einblick in ihre literarische Verarbeitung der Zürcher Studienjahre.

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Personen
Ricarda Huch
Ricarda Octavia Huch war eine deutsche Schriftstellerin, Dichterin und Historikerin, die u. a. den Briefroman "Der letzte Sommer" (1910), die Kriminalgeschichte "Der Fall Deruga" (1917) und die historische Abhandlung "Der grosse Krieg in Deutschland" (1937) verfasste. Sie wurde am 18. Juli 1864 in Braunschweig geboren und verstarb am 17. November 1947 mit 83 Jahren in Schönberg (heute zu Kronberg im Taunus). Ihr Geburtstag jährt sich 2019 zum 155. Mal.
Ricarda Huch
Quelle: geboren.am