Artportrait: Die Riemen-Tellerschnecke (Bathyomphalus contortus)

Die Riemen-Tellerschnecke, wissenschaftlich als Bathyomphalus contortus (Linnaeus, 1758) bekannt, gehört zur Familie der Tellerschnecken (Planorbidae) innerhalb der Wasserlungenschnecken.

Biologische Merkmale und Lebensweise

  • Gehäuseform: Wie alle Tellerschnecken besitzt sie ein scheibenförmiges Gehäuse. Charakteristisch für die Gattung Bathyomphalus ist die eng gewundene Schale, die im Vergleich zu anderen Arten gedrungener und „riemenartig“ wirkt.
  • Atmung: Als Wasserlungenschnecke atmet sie primär Luft, die sie an der Wasseroberfläche aufnimmt. In sauerstoffreichem Wasser kann sie zudem über die Haut oder eine sekundäre Hautfalte (eine Pseudokieme) atmen.
  • Ernährung: Sie ernährt sich als Allesfresser bzw. Aufwuchsfresser von organischem Bodenmulm, Detritus und abgestorbenen Pflanzenresten.
  • Fortpflanzung: Die Tiere sind Zwitter. Bei der Paarung befruchten sie sich meist gegenseitig; eine Selbstbefruchtung ist theoretisch möglich, führt jedoch oft zu einer geringeren Überlebensrate der Nachkommen.

Vorkommen und Schutzstatus

  • Verbreitung: Die Riemen-Tellerschnecke ist weit verbreitet. Daten aus Baden-Württemberg (nahe der Schweizer Grenze) bestätigen ein aktuelles Vorkommen, die Art gilt dort sowie in ganz Deutschland als ungefährdet.
  • Bezug zur Schweiz: Obwohl spezifische kantonale Monitoring-Daten selten in öffentlichen Datenbanken isoliert ausgewiesen sind, ist Bathyomphalus contortus als Teil der mitteleuropäischen Fauna auch in den Gewässern der Schweiz weit verbreitet. Sie bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer, die eine gewisse strukturelle Vielfalt bieten.
  • Ökologische Bedeutung: Sie reagiert empfindlich auf den Verlust von sauberen, kalkreichen Stillgewässern. Da viele Tellerschnecken-Arten durch die Eutrophierung oder Austrocknung ihrer Lebensräume bedroht sind, dient die Riemen-Tellerschnecke oft als Indikator für noch intakte ökologische Bedingungen in kleineren Feuchtgebieten.

Haltung im Aquarium/Teich

Aufgrund ihrer geringen Größe ist die Art eher selten im gezielten Aquarienhandel zu finden, wird jedoch häufig als „blinder Passagier“ mit Wasserpflanzen eingeschleppt. Sie kann in Kaltwasseraquarien oder Gartenteichen gehalten werden, sofern das Wasser eine ausreichende Mineralisierung (Kalkgehalt für den Gehäuseaufbau) aufweist.


Empfohlene Ressourcen

  1. Mollusken Baden-Württemberg: Artportrait B. contortus – Detaillierte Verbreitungskarten und Informationen zum Status.
  2. Conchylien-Sammlung Karlsruhe: Familienübersicht Planorbidae – Umfassende Informationen zur Biologie und Ökologie der Tellerschnecken.
  3. Heimbiotop: Wissenswertes zu Planorbidae – Informationen zur Anatomie und zur besonderen Atmung der Schneckenfamilie.

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