Robinien Giftpflanze

Robinien – Giftpflanze des Jahres 2013

Übersicht zur Robinie (Robinia pseudoacacia)

Die Robinie, auch bekannt als Falsche Akazie, Scheinakazie oder Weisse Robinie, stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie wurde wegen ihres harten, dauerhaften Holzes und ihrer schnellen Wüchsigkeit vor allem im 18. und 19. Jahrhundert häufig in Europa und der Schweiz angepflanzt. Heute gilt sie in vielen Regionen der Schweiz als ** invasiver Neophyt**.

Giftigkeit

Die Robinie ist eine hochgiftige Pflanze. Besonders giftig sind:

  • Rinde
  • Samen (die schwarzen, kirschähnlichen Hülsenfrüchte)
  • Blätter (vor allem die jungen Blätter und Triebe)

Die enthaltenen Toxine (vor allem Robinin und Phasin) können bei Mensch und Tier schwere Vergiftungserscheinungen auslösen. Bei Pferden, Rindern und anderen Weidetieren kann der Verzehr sogar tödlich sein. Deshalb dürfen Pferde nie an Robinienstämmen angebunden werden und Holzschnitzel von Robinien dürfen nicht als Einstreu verwendet werden.

Wichtig: 2013 wurde die Robinie zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Ausbreitung und ökologische Problematik in der Schweiz

In der Schweiz breitet sich die Robinie vor allem durch Wurzelbrut und Samen stark aus. Sie bevorzugt trockene, sonnige Standorte und dringt zunehmend in wertvolle Lebensräume wie Magerrasen, Trockenwiesen und Kiesgruben ein. Dort verdrängt sie einheimische Pflanzenarten und verändert den Boden durch Stickstoffanreicherung (als Leguminose).

Besonders problematisch ist die Robinie in folgenden Kantonen und Regionen:

  • Aargau (z. B. Unterwindisch)
  • Bern
  • Wallis
  • Tessin

Der Quartierverein Unterwindisch warnt explizit, dass Robinien in der Nähe von wertvollen Biotopen bekämpft werden müssen.

Verwendung des Holzes

Trotz der Giftigkeit ist das Robinienholz sehr geschätzt. Es zeichnet sich durch extreme Dauerhaftigkeit aus und wird deshalb gerne für:

  • Zaunpfähle (Robinien-/Akazienpfähle)
  • Gartenbau
  • Terrassenbeläge
  • Kinderspielgeräte (nach entsprechender Trocknung und Verarbeitung)

verwendet. Es gilt als ökologisch sinnvolle Alternative zu tropischen Hölzern oder chemisch imprägniertem Holz.

Robinie im Garten – Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Sehr schnelles Wachstum
  • Schöne weisse, stark duftende Blüten (gute Bienenweide)
  • Sehr robust und anspruchslos

Nachteile:

  • Starke Wurzelbrut → kann Pflaster, Mauern und Rasen zerstören
  • Giftigkeit für Kinder und Haustiere
  • Unterdrückung einheimischer Vegetation

Bekämpfung

Die wirksamste Methode zur Bekämpfung ist das Ringeln (Entfernen eines ca. 10–20 cm breiten Rindenstreifens rund um den Stamm). Das Fällen älterer Bäume ohne nachfolgende Wurzelbehandlung führt meist zu starkem Ausschlag und verstärkter Ausbreitung.


  1. Giftpflanze Robinie – Gefahren für Pferde – Sehr gute Übersicht zu Symptomen und Prävention bei Pferden
  2. Robinie: Zierde oder Gefahr? (Floristik Haenni) – Detaillierter Artikel zu Giftigkeit, Gartenpraxis und Holzverwendung
  3. Vetpharm Universität Zürich – Robinia pseudoacacia – Wissenschaftliche Datenbank der Universität Zürich mit zuverlässigen toxikologischen Informationen

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Giftpflanzen
Robinien
Einstufungsehr giftig
Giftige Teilealle Pflanzenteile
WirkstoffeRobin, Phasien, Syringin, Protocatechingerbstoff, Indican, Asparagin, Kämpferol, Acacetin, Lectine
FolgenBauchschmerzen, Übelkeit und Brechreiz
Robinien
KImehr über Robinien
Quelle: Wikipedia