Die Rohrdommel (Botaurus stellaris): Der geheimnisvolle Geist des Schilfs

Die Rohrdommel ist eine faszinierende und seltene Vogelart aus der Familie der Reiher. Bekannt als „Verwandlungskünstlerin“, ist sie durch ihr gefiedertes Tarnkleid in den ausgedehnten Schilfgebieten der Schweiz nur schwer zu entdecken.

Steckbrief und Biologie

  • Größe: 65 bis 80 cm
  • Flügelspannweite: 100 bis 130 cm
  • Gewicht: 0,8 bis 1,4 kg
  • Lebensraum: Sümpfe, Feuchtwiesen und ausgedehnte Röhrichtbestände.
  • Ernährung: Fische, Amphibien, Insekten und kleine Säugetiere.
  • Besonderheit: Der markante, tiefe Ruf des Männchens in der Brutzeit erinnert an das Brüllen eines Ochsen und ist über weite Distanzen hörbar.

Status und Vorkommen in der Schweiz

In der Schweiz gilt die Rohrdommel als seltener Gast. Beobachtungen finden primär in den Wintermonaten (Oktober bis April) statt.

  • Beobachtungsorte: Zu den bekannten Hotspots zählen unter anderem der Klingnauer Stausee, die Ufergebiete der Reuss sowie Gebiete wie das Auried.
  • Tarnung: Dank ihrer gelb-goldbraunen Färbung mit dunklen Längsstreifen verschmilzt sie nahezu perfekt mit den Schilfstängeln. Bei Gefahr nimmt sie die sogenannte „Pfahlstellung“ ein, bei der sie den Hals weit nach oben streckt und ihre Konturen mit dem Röhricht vereint.

Schutz und Gefährdung

Obwohl die Art global als nicht unmittelbar gefährdet gilt (LC), ist sie in der Schweiz aufgrund der Zerstörung ihrer speziellen Lebensräume auf kontinuierliche Naturschutzbemühungen angewiesen. Durch die Einrichtung von Vogelbeobachtungs-Hides wird versucht, Besuchern ein Naturerlebnis zu ermöglichen, ohne die extrem scheuen Tiere bei ihrer Rast oder Nahrungssuche zu stören.


  1. Rohrdommel – Porträt der Voliere Gesellschaft Zürich
  2. Wer huscht hier durchs Schilf? – Greifensee-Stiftung
  3. Beobachtungen und Vorkommen – Naturzentrum Klingnauer Stausee

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Rohrdommel
Die Rohrdommel ist unverkennbar - wenn sie zu sehen ist, denn sie ist hervorragend an das Leben im Schilf angepasst. Ihr Gefieder ist gelb- und goldbraun mit oberseits schwarzen Abzeichen und dunkler Längsstreifung. Dadurch wirkt sie schilfig und ist im Röhricht trotz ihrer Grösse gut getarnt. Die Bewegungen sind sehr bedächtig und verraten selbst eine am Schilfrand stehende Rohrdommel kaum. Bei Beunruhigung nehmen die Vögel die Pfahlstellung ein, wobei sie den Hals strecken und den Schnabel gegen den Himmel richten. Einzig im Frühjahr machen die Männchen in den Brutgebieten lautstark mit ihrem tiefen, dröhnenden Reviergesang auf sich aufmerksam.
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