Die Rothalsgans (Branta ruficollis): Ein Porträt des sibirischen Besuchers
Die Rothalsgans ist eine faszinierende, eher kleine Gänseart, die vor allem durch ihre markante Färbung an Wange, Hals und Brust auffällt.
Merkmale und Lebensweise
- Aussehen: Sie zeichnet sich durch einen runden Kopf und einen kurzen, schwarzen Schnabel aus. Die auffällige rotbraune Färbung im Kopf- und Halsbereich ist ihr namensgebendes Merkmal.
- Verhalten: Rothalsgänse sind sehr gesellig und bilden in ihren Winterquartieren oft große Schwärme von mehreren tausend Tieren. Sie folgen einem strengen Tagesrhythmus: Nach Sonnenaufgang fliegen sie zu Futterplätzen (Graslandschaften, zunehmend auch Weizen- und Maisfelder), nach Sonnenuntergang kehren sie zu ihren Ruheplätzen an Gewässern zurück.
- Brutstrategie: Die Art ist für ihr ungewöhnliches Nistverhalten bekannt. Sie brütet bevorzugt in der Nähe von Greifvögeln (wie Wanderfalken oder Raufussbussarden) oder in Kolonien von Großmöwen (Eis- oder Silbermöwen). Die dort ansässigen Greifvögel verteidigen ihr Revier vehement gegen Prädatoren wie den Polarfuchs, wovon die Gänse als "Schutzmieter" profitieren.
Verbreitung und Vorkommen in der Schweiz
Die Heimat der Rothalsgans liegt in der sibirischen Tundra. Ihre Winterquartiere erstrecken sich bis zum Schwarzen Meer und nach Zentralasien. In West- und Mitteleuropa sind sie nur sehr seltene Gäste.
In der Schweiz gibt es keine wilden Brutpopulationen. Beobachtungen sind absolute Ausnahmen, oft handelt es sich dabei um entflogene Tiere aus zoologischen Einrichtungen. So wurde beispielsweise eine Rothalsgans aus dem Zoo Basel beobachtet, die zeitweise in Münchenstein zu Gast war. Wer die Tiere dennoch aus der Nähe betrachten möchte, findet sie in der Schweiz unter anderem im Natur- und Tierpark Goldau, wo sie am Blauweiher gehalten werden.
Gefährdung
Da sich die weltweite Gesamtpopulation der Rothalsgans auf nur wenige Überwinterungsgebiete konzentriert, ist die Art besonders anfällig für Störungen, Umweltverschmutzung und Jagd, was ihren Bestand in der Vergangenheit stark dezimiert hat.
- Rothalsgans im Natur- und Tierpark Goldau
- Artporträt der Rothalsgans (Vogelwunderwelt)
- Beobachtungshinweise und Informationen (Naturzentrum Klingnauer Stausee)
Vielleicht auch interessant
War das hilfreich?

